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Aktuelle Empfehlungen Belletristik

Antwort auf den Brief von Helga

Bergsveinn Birgiisson

Der isländische Schriftsteller Bergsveinn Birgisson hat schon mit seinem Roman Die Landschaft hat immer recht auch in Deutschland ein dankbares Lesepublikum gefunden. Jetzt legt der Salzburger Residenz Verlag seinen neuen Roman Antwort auf den Brief von Helga nach: Ein isländischer Schafbauer entschließt sich im hohen Alter, endlich den Brief einer Frau zu beantworten, mit der er vor Jahren ein Verhältnis hatte und die ihn zu einem gemeinsamen Neuanfang in Reykjavik ermuntern wollte. Während er damals vor einem solchen Schritt zurückschreckte, gesteht er sich und seiner Geliebten aus dem Abstand der Zeit, dass sie die einzige Frau war, die er jemals geliebt hat. Birgissons Buch ist nicht nur ein Roman über … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Klassiker in Neuausgaben

Nachts auf dem Meer

Iwan Bunin

Der Züricher Dörlemann Verlag hat es sich auf die Fahnen geschrieben, vergessene literarische Klassiker wiederzuentdecken, und die Resonanz auf die dort erschienene, inzwischen zwölf Bände umfassende Iwan-Bunin-Werkausgabe trug dazu bei, den Verlag im deutschsprachigen Raum bekanntzumachen. Als Sohn eines Gutsbesitzers in Woronesch im südlichen Zentralrussland geboren erhielt Iwan Alexejewitsch Bunin (1870–1953)1933 als erster russischer Dichter den Nobelpreis für Literatur. Unter dem Titel Nachts auf dem Meer sind nun auch seine Erzählungen der Jahre 1920 bis 1924 im Rahmen der Werkausgabe erschienen – die ersten literarischen Texte, die er nach seiner Emigration aus Sowjetrussland nach Paris verfasst hat. Die Erfahrung des Exils ist am ausgeprägten Fokus auf die Themen von Vergänglichkeit … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Belletristik

Gegenwindschiff

Jaan Kross

Der Hamburger Osburg-Verlag überrascht in regelmäßigen Abständen mit literarischen Entdeckungen – diesmal mit der Übersetzung eines bereits 1987 erschienenen biographischen Romans des großen estnischen Schriftstellers Jaan Kross (1920–2007), der das Leben des Optikers, Astronomen und Erfinders Bernhard Schmidt (1879–1935) zum Thema hat. Der Autor räumt im Vorwort ein, dass er sich am Ende ausgiebiger Recherchen über Schmidts Leben und intensiven Gesprächen mit noch lebenden Bekannten dennoch für einen literarischen Umgang und die Freiheiten der Romanform entschieden hat. Im Roman selbst wird die ambivalente Annäherung des Autors an seinen Helden nachvollzogen, indem die Rekonstruktion von Schmidts Lebensgeschichte durch Berichte von Kross‘ Recherchen, Begegnungen und Unterhaltungen unterbrochen und angereichert wird.

Bernhard … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Belletristik

Ferne Gestade

Abdulrazak Gurnah

Mit der Kür des aus Sansibar stammenden, seit 1968 in Großbritannien beheimateten Abdulrazak Gurnah hat das aktuelle Nobelpreiskomitee Instinkt und eine glückliche Hand bewiesen – zumal der Preisträger bis dahin nur Eingeweihten bekannt und keiner seiner in deutscher Übersetzung vorliegenden Titel im Buchhandel noch lieferbar war. Die beiden seitdem im Penguin Verlag erschienenen Romane Das verlorene Paradies und Ferne Gestade weisen ihn als mitreißenden Erzähler aus, der den mythischen Kosmos um den Indischen Ozean kursierender Erzählungen in eine moderne Prosasprache übersetzt und dabei mühelos den Bogen von Tausendundeiner Nacht über ostafrikanische Lebenswelten zu Impressionen aus der späten DDR und dem Schicksal gegenwärtiger Migranten schlägt.

Der Autor nimmt diese entrückte Perspektive … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Sachbücher und Bildbände

Nostalgie. Wann sind wir wirklich zuhause?

Barbara Cassin

Das Spannungsfeld zwischen Heim- und Fernweh, Nostalgie und Sehnsucht ist Thema des neuen Buches der französischen Philosophin und Altphilologin Barbara Cassin, in dem sie einen Bogen von der Heimkehr des Odysseus zu modernen Zuschreibungen von Heimat und „Anderem“ schlägt. In ihrem lesenswerten Essay spielen nicht zuletzt diverse Inseln von Ithaka bis Korsika (dem mit Heimatgefühl konnotierten Ferien- und Fluchtort der Autorin) eine wichtige Rolle. Dabei geht es der an Überlegungen von Martin Heidegger und Hannah Arendt geschulten französischen Philosophin keineswegs um eine kulturkritische Abfertigung postmoderner Sentimentalitäten. Vielmehr stellt sie die Ambivalenz und Vieldeutigkeit der Nostalgie auf den Prüfstand und überrascht dabei mit subtilen Korrespondenzen zu den antiken Vorbildern der Odyssee … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Kinder- und Jugendbücher

Faszination Krake

Michael Stavaric

Der im tschechischen Brünn geborene, seit seiner Kindheit in Österreich beheimatete und überaus produktive Schriftsteller Michael Stavaric hat in mehreren seiner Romane (wie Gotland und Fremdes Licht) eine Faszination für maritime und insulare Konstellationen bewiesen. Jetzt hat er im österreichischen Leykam-Verlag ein Sachbuch für Kinder unter dem Titel Faszination Krake vorgelegt, das die Gestalterin Michèle Ganser kongenial illustriert hat und das auch in der typographischen und ästhetischen Verarbeitung nichts zu wünschen übrig lässt. Wie Stavaric ohne jeden erhobenen Zeigefinger, mit allerlei poetischen Schlenkern, plaudernden Ausflügen in die Vergangenheit der Erde und die Weiten des Weltalls und von dort zurück in die faszinierende Welt der Kraken navigiert, dürfte nicht nur … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Sachbücher und Bildbände

Der Ruf des Seevogels

Adam Nicholson

Der britische Journalist und Autor Adam Nicholson hat schon seit seiner Kindheit eine Leidenschaft für Seevögel, die einzigen Tiere, die in drei Elementen – zu Wasser, zu Land und in der Luft – zuhause sind. Als Ursache dieser Begeisterung nennt er im Vorwort seines jetzt in der Verlagsbuchhandlung Liebeskind auf Deutsch erschienenen Buches das Vorbild seines Vaters, der ihn im Alter von acht Jahren mit zur Vogelbeobachtung auf die zu den Äußeren Hebriden gehörigen Shiant Islands genommen hat. Seitdem hat der inzwischen Mitte sechzigjährige Autor die Wege der Seevögel von den Archipelen im Norden und Westen Britanniens bis nach Neufundlund, Südgeorgien und die Falklandinseln verfolgt. In Der Ruf des Seevogels> Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Belletristik

Das Dämmern der Welt

Werner Herzog

Dem im Hanser Verlag erschienenen Buch des bekannten Filmemachers Werner Herzog liegt der reale Fall des japanischen Leutnants Hiroo Onoda zugrunde, der am Ende des Zweiten Weltkrieges mit wenigen weiteren Soldaten auf der zu den Philippinen gehörigen Insel Lubang zurückgeblieben war, sich im dortigen Dschungel verschanzte und – weitgehend abgeschnitten von Informationen über den Verlauf der Weltgeschichte – noch bis 1974 im Kampf gegen die vermeintlichen Kriegsgegner verblieb. Erst als sein ehemaliger Vorgesetzter ihn 30 Jahre nach Kriegsende aufsuchte und offiziell von seinem Dienst entband, war Onoda bereit, „die Waffen niederzulegen“ und kehrte nach Japan zurück. Die Kombination zweier an sich schon unglaublicher Vorgänge – des jahrzehntelangen einsamen Überlebens im … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Klassiker in Neuausgaben

Venusberg

Anthony Powell

Anthony Powell (1905–2000) gilt in Großbritannien als literarischer Großmeister, ist in Deutschland jedoch nach wie vor nur Eingeweihten bekannt. Sein Hauptwerk A Dance to the Music of Time, das seinen Titel dem gleichnamigen Gemälde des Barockmalers Nicolas Poussin verdankt und in unendlichen Anspielungen die historischen, politischen und ästhetischen Diskurse im England des 20. Jahrhunderts spiegelt, erschien zwischen 1951 und 1975 in 12 Bänden und ist von der Kritik seitdem immer wieder mit Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit verglichen worden. Dem Berliner Elfenbein-Verlag gebührt das Verdienst, das komplette Werk zwischen 2015 und 2018 erstmals vollständig in deutscher Übersetzung ediert zu haben. Seitdem hat sich der Verlag … > Weiterlesen

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Aktuelle Empfehlungen Sachbücher und Bildbände

Der Taucher von Paestum

Tonio Hölscher

Anknüpfend an die berühmte Darstellung des sogenannten „Tauchers“ auf der Deckplatte einer 1968 ausgegrabenen Grabkammer in Paestum (dem griechischen Poseidonia am Golf von Salerno), hat der Archäologe und Altertumsforscher Tonio Hölscher eine spannende Untersuchung über die Rolle von Meer und Wassersport im antiken Alltagsleben vorgelegt. Ausgangspunkt seiner Reflexion ist die verbreitete Deutung des dargestellten Kopfsprungs als Eintritt ins Totenreich, der der Autor widerspricht. Unter Heranziehung weiterer antiker Gemälde, Fundstücke und literarischer Zeugnisse führt er eindringlich vor,  dass die Darstellung vielmehr als ausgesprochene Diesseitsszene mit Bezug zu Initiationsriten und bestimmten mythischen Konnotationen des Meeres und seiner Bewohner – von Delphinen bis Göttern – verbunden ist.… > Weiterlesen