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Sachbücher und Bildbände

Allein auf See.

Richard J. King

Richard J. King ist seit 30 Jahren passionierter Segler, zudem Schriftsteller und Professor für Maritime Geschichte und Literatur an der SEA Education Association in Woods Hole, Massachusettes. In seinem neuen Buch widmet er sich der Frage, was Menschen bewegt, sich völlig allein auf eine Reise über offene Ozeane zu begeben? Die Antworten, die er darauf findet, sind vielschichtig, und es kommt seinem Buch zugute, dass ihm die doppelte Perspektive von eigener Erfahrung und gelehrter Beschäftigung mit den Reiseberichten von anderen einsamen Ozeanüberquerern zur Verfügung steht. Nicht zuletzt interessiert ihn die psychologische Seite des Themas: Um welche menschlichen Persönlichkeiten handelt es sich, die diesen gefahrvollen Grenzgang über die Meere wagten? Wie … > Weiterlesen

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Autobiographische Essays

Ein halber Löffel Reis

Dacia Maraini

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini trat bereits im letzten Jahr in unsere Wahrnehmung, als – ebenfalls im Folio Verlag – ihr 1962 publizierter Debütroman Tage im August in deutscher Neuübersetzung erschien. Daran wird die Geschichte eines 14-jährigen italienischen Mädchens erzählt, das im Sommer 1943 als Halbwaise in einem Internat lebt und seine ersten erotischen Erfahrungen macht. Tatsächlich verbrachte die Autorin selbst einen Großteil ihrer Kindheit in Japan, wo ihre Familie während des Zweiten Weltkriegs ansässig war und aufgrund der Weigerung ihres Vater, die japanische Militärgesetzgebung zu akzeptieren, schließlich ins Konzentrationslager geriet. Was Maraini dort als Kind erlebte, übersteigt zum Teil heutige Vorstellungskraft und lässt an Augenzeugenberichte aus deutschen und russischen … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Fischer, Perle, Walrosszahn. Das Meer im Mittelalter

Nikolas Jaspert

Der Historiker Nikolas Jaspert hat eine Professur an der Universität Heidelberg inne, und ein wenig merkt man seinem Wälzer über das Meer im Mittelalter den professionellen Gelehrten an. Im Zeitalter von eher populär geschriebenen Wissenschaftsthrillern kann man darin auch einen Vorteil sehen: spürt der Leser doch an jeder Stelle, dass er sich auf die wissenschaftliche Substanz und bleibende Aktualität dieses Buches verlassen kann. Jaspert eröffnet seinen Lesern eine breite Perspektive auf das Thema, die von wirtschaftlichen, nautischen, biologischen und ästhetischen bis zu exotischen Aspekten und Projektionen reicht. Was war der Wissenstand der Menschen des Mittelalters zu allen damit verbundenen Fragestellungen, wie war ihr dadurch bestimmter Blick auf das Meer und … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Eat Poop Die

Joe Roman

Man mag darüber streiten, ob der Aufmerksamkeit heischende Titel des vom US-amerikanischen Biologen und Umweltaktivisten Joe Roman verfassten Buches nicht ein wenig zu direkt daherkommt. Tatsächlich gibt es unterdessen einen ganzen Zweig der Biologie, der sich mit „Theorien des Kackens“ befasst und das Thema hat mit Inseln mehr zu tun, als man auf den ersten Blick vermeinen würde. Vogelkot spielt nämlich eine Schlüsselrolle bei der Besiedlung abgelegener Felseninseln, wie der Autor mit Blick auf Forschungen an einer neu entstandenen Vulkaninsel belegt. Und nicht nur das: Aus der Beobachtung des Zusammenhangs von Landschaftsentwicklung und Verdauungsvorgängen lassen sich generelle Rückschlüsse darauf ziehen, wie Tiere die Ökosysteme, in denen sie leben, gleichsam selbst … > Weiterlesen

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Kinder- und Jugendbücher

Metaphern. Die Geschichte der Philosophie in 24 Bildern

Pedro u. Merlin Alcalde/ Guim Tiò

Die katalanischen Autoren Pedro und Merlín Alcalde sowie Guim Tiò leisten mit diesem Buch etwas Außergewöhnliches: nämlich die Geschichte der Philosophie in denkbar knapper Form – nämlich 24 Metaphern –, gleichwohl substanziell und anregend zu präsentieren. Dass dabei von Heraklits „Fluss“ (der ersten überlieferten Metapher der westlichen Philosophie überhaupt) über Nietzsches Bild vom „offenen Meer“ bis zu Zygmunt Baumans Begriff des „Flüssigen“ maritime Sinnbilder eine wichtige Rolle spielen, wird niemanden, der sich je ein Stückweit in philosophische Texte eingelesen hat, verwundern. Natürlich stehen daneben auch ganz andere wie Höhle, Spiegel, Rasiermesser, Licht usw. All diese Metaphern bzw. Sinnbilder eint, dass sie gleichnishaft für wesentliche existenzielle Fragestellungen sind bzw. das Verständnis … > Weiterlesen

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Kinder- und Jugendbücher

Ada Blackjack. Überleben auf der Bäreninsel

Isabel Pin

Die deutsch-französische Autorin und Illustratorin Isabel Pin hat schon fast 50 Kinderbücher verfasst. Für ihr neuestes, die Geschichte einer jungen Indigenen aus Alaska, die 1921 an einer Expedition zur Wrangel-Insel teilgenommen hat und diese als Einzige überlebte, hat Pin intensive Vor-Ort-Recherchen betrieben und Nachfahren dieser außergewöhnlichen Frau aus dem Stamm der Iñupiaq getroffen. Ergebnis ist eine in der Kombination von Text und Bild überaus berührende Geschichte für Kinder ab neun Jahren, in der das Leben Adas, der Verlauf ihrer Reise und der zweijährige Aufenthalt auf der nördlichen Insel in leicht verständlicher Sprache erzählt werden. Grund dafür, dass die Heldin sich der Forschungsexpedition als weibliche Hilfskraft angeschlossen hat, war die Notwendigkeit … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Inseln. Geschichte einer Faszination

Volkmar Billig

Inselvorstellungen und damit verknüpfte utopische, exotische, idyllische und erotische Assoziationen spielen in der Literatur- und Kunstgeschichte ebenso wie in der Sprach- und Alltagspraxis eine außerordentliche Rolle. Das vorliegende Buch ist nicht nur ein Streifzug durch die Geschichte der Inselphantasien, es zeigt und erklärt auch unsere auf Inseln gerichteten Projektionen und ihre Verflechtung mit epochalen Diskursen und Diskursverschiebungen. Der Autor geht den Verwandlungen, Transformationen und immer neuen Lesarten insularer Fantasien nach. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche historischen Zuschreibungen an Inseln und welche spezifischen Konstellationen des modernen Denkens sich in der bis auf den heutigen Tag anhaltenden Inselfaszination begegnen.

In Helmut Mörchens Besprechung des Buches im Deutschlandfunk heißt es dazu:… > Weiterlesen

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Belletristik

Theodoros

Mircea Cartarescu

Der rumänische Schriftsteller Mircea Cartarescu wird unter Literaturliebhabern schon seit seinem 2019 erschienenen Roman Solenoid als heißer Anwärter auf den Literaturnobelpreis gehandelt. Mit seinem neuen, knapp 700 Seiten starken Roman Theodoros hat er diesen Anspruch untermauert, auch wenn sein jüngstes Meisterwerk aufgrund seines „barocken“ und „unzeitgemäßen“ Sprachzaubers im Feuilleton nicht unumstritten geblieben ist – was aus unserer Sicht eher auf Schwächen aktueller Feuilletonisten als des Romans und seines Autors schließen lässt. Gerade angesichts der allzu oft kopflastigen und wenig originellen Prosa, mit der uns deutsche Verlage in diesen Tagen der großen Literatur entwöhnen, wirkt die Cartarescu-Lektüre wie der Sprung in andere, unendlich reichhaltigere und aus zeitlosen Inspirationsquellen hervorsprudelnde Welten, in … > Weiterlesen

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Belletristik

Hohe See und niemands Land

Wilhelm Bartsch

Wilhelm Bartsch, Jahrgang 1950, geboren in Eberswalde, lebt in Halle an der Saale. Er studierte Philosophie in Leipzig und arbeitete später als Dozent am dortigen Literaturinstitut, hat aber auch Erfahrungen in praktischen Berufen gesammelt und mehrere Facharbeiterbriefe vorzuweisen. Bartsch ist als Verfasser von Gedichten, Erzählungen, Romanen und Essays hervorgetreten, die mehrfach prämiert worden sind, u.a. mit dem Brüder-Grimm-Preis und dem Wilhelm-Müller-Preis. In seinem neuen Gedichtband „Hohe See und niemands Land“ hat er sich mit Nietzsche gesprochen „aufs Schiff“ begeben und das „Land hinter sich abgebrochen“, wobei wenigstens Shakespeare immer mal wieder von seiner Prospero-Insel herüberwinkt. Eine literarische Übung im Glauben und Standhalten angesichts stürmischer Zeiten.… > Weiterlesen

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Insel- und Küstenkrimis

Jenseits aller Zeit

Sebastian Barry

Sebastian Barry gehört zu den meistgelesenen, vielfach ausgezeichneten und sprachlich gewandtesten irischen Autoren der Gegenwart, wenngleich er in Deutschland noch vergleichsweise wenig bekannt ist. In seinen Romanen verknüpft er psychologisches Feingefühl sowie anspruchsvolle Stilistik und Sprache mit Elementen einer unterhaltsamen Kriminalliteratur. Held seines bei Steidl in deutscher Übersetzung erschienenen neuen Romans ist ein alternder Kriminalbeamter, der sich in den Anbau einer Burg an der Irischen See zurückgezogen hat, um in einsamer Natur seinen Ruhestand zu genießen. Doch an einem stürmischen Frühlingstag melden sich zwei ehemalige Kollegen bei ihm, um ihn zu einem lange zurückliegenden Mordfall zu befragen. Sie reißen damit nicht nur alte Wunden bei dem pensionierten Kollegen auf, der … > Weiterlesen