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Aktuelle Buchempfehlungen Klassiker in Neuausgaben

Der Leuchtturm

Jean-Pierre Abraham

1959 nahm der französische Schriftsteller Jean-Pierre Abraham eine Stelle als Leuchtturmwärter auf der kleinen Felseninsel Ar-men vor der bretonischen Küste an. Das Tagebuch seines dreijährigen Aufenthalts auf dem Leuchtturm im Atlantik, der den Eingang der Passage der Île de Sein markiert, machte ihn bei seinem Erscheinen in Frankreich 1967 schlagartig berühmt. 57 Jahre nach der Publikation in Frankreich hat nun der österreichische Verlag Jung und Jung für eine deutsche Übersetzung dieses Juwels der maritimen Literatur gesorgt.

In den Aufzeichnungen Abrahams wird bei aller skizzenhaften Knappheit der Sprache – bzw. gerade deswegen – die existenzielle Herausforderung eines kargen Daseins inmitten tosender Wellen deutlich und reißt den Leser mit. Im Spannungsfeld von … > Weiterlesen

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Insel- und Küstenkrimis

Der Retter

Matthijs Deen

Der dritte Fall für Liewe Cupido alias den „Holländer“: Nachdem an der Küste Englands das Skelett eines seit 21 Jahren vermissten Kapitäns gefunden wurde, ermittelt der vom holländischen Autor Matthijs Deen kreierte friesische Kommissar diesmal unter deutschen und holländischen Seenotrettern. Wie so oft eher notgedrungen, denn wieder mal ist Deens „Kommissar mit menschlichem Antlitz“ mit Problemen aus der eigenen Vergangenheit, konkret dem Verschwinden seines eigenen Vaters auf See, beschäftigt. Doch sein Kollege Xander Rimbach wird auf Norderney vergiftet, und immerhin scheint es merkwürdig, dass bei dem damaligen Schiffsunglück sowohl deutsche als auch holländische Seenotretter zu Hilfe kamen, aber niemand nach dem verschwundenen Kapitän fragte. Angeblich gingen beide Seiten davon aus, … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Kabelkran und Blauer Peter

Franz Fühmann

Franz Fühmann gehört zu jener Generation von Autoren, die die Widersprüche der gesellschaftlichen Entwicklung der DDR nicht nur in ihren Werken, sondern auch in ihrer persönlichen Biografie ausgetragen haben. Aus Anlass seines 40. Todestages hat der Rostocker Hinstorff Verlag jetzt sein 1961 erschienenes Buch Kabelkran und Blauer Peter neu aufgelegt, das als Paradebeispiel für eine literarische Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Bitterfelder Weg“ steht. Fühmann folgte damit (ähnlich wie Brigitte Reimann und andere Autoren) der auf der Bitterfelder Konferenz zur Kulturpolitik formulierten Aufforderung an die Intellektuellen, die Kluft zum einfachen Volk zu überwinden und sich dem Alltag der Arbeiter und Bauern zuzuwenden. Er entschied sich für einen Schreibaufenthalt in den Werften … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Tage im August

Dacia Maraini

Der 1962 erschienene Debütroman der italienischen Autorin Dacia Maraini spielt im Sommer 1943 und landete in Italien einen Überraschungserfolg. Nicht zuletzt machte er die Schriftstellerin zu einer Symbolfigur der italienischen Frauenbewegung. Nun liegt der Roman in einer Neuübersetzung von Ingrid Ickler aus dem in Wien und Bozen ansässigen Folio Verlag vor. Erzählt wird darin die Geschichte eines jungen Mädchens, das ganz andere Sorgen hat als den gleichzeitigen Zweiten Weltkrieg und die mithilfe der Nazis reinstallierte Macht Mussolinis in der sogenannten Republik von Salò im Norden Italiens. Der im deutschen nicht wiederzugebende italienische Originaltitel „La Vacanza“ spielt mit dem Gleichklang der Begriffe für „Urlaub“ und „Leere“ und stellt bereits jenes Spannungsfeld … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

In der Gnade

Joy Williams

Joy Williams, Jahrgang 1944, ist eine Autorin, die die jüngere US-amerikanische Literatur maßgeblich geprägt und zahlreiche jüngere Autoren beeinflusst hat. Gut fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen in den USA liegt nun ihr flüssig geschriebener, gleichwohl sprachlich eigenwilliger und expressiver Debütroman von 1973 bei dtv in einer deutschen Übersetzung vor. Heldin des Buches ist eine junge Frau, Halbwaise, Tochter eines Predigers und schwanger, wobei mehrere Männer als Väter in Frage kommen. Schauplatz ein Ort im amerikanischen Süden, wo die Heldin mit ihrem Freund in einem Wohnwagen am Waldrand lebt – ein aus Welt und Wohlstand gefallenes Paar, das den Tieren des Waldes näher als der menschlichen Gesellschaft steht und jenseits des … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur

Uwe Wittstock

Zwei Jahre nach seinem Bestseller Februar 33. Der Winter der Literatur hat der Journalist Uwe Wittstock – vormaliger Literatur- bzw. Feuilletonchef von FAZ, Welt und Focus – ein weiteres erfolgsträchtiges Buch zum Schicksal deutscher Literaten während der Zeit des Nationalsozialismus vorgelegt. Marseille 1940. Die große Flucht der Literatur ist Anfang des Jahres im Verlag C.H. Beck erschienen und entwirft ein ähnlich breitgefächertes Panorama wie das Vorgängerbuch. Trotz allem Vorwissen über die Umstände der Emigration deutscher Schriftsteller zur Zeit des Dritten Reiches überrascht dennoch die Dimension des Geschehens und die Fülle der in Marseille wie in einem Nadelöhr zusammenlaufenden Geschichten. Von Hannah Arendt über Walter Benjamin, Lion Feuchtwanger, Heinrich Mann bis … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

An der See

Eric de Kuyper

Der 1942 in Etterbeek bei Brüssel geborene Sprachwissenschaftler, Filmemacher, Übersetzer und Schriftsteller Eric de Kuyper erlebte in der unmittelbaren Nachkriegszeit, was es bedeutet, die sommerlichen Ferien am Meer zu verbringen. Seine überaus atmosphärische Beschreibung der familiären Strandurlaube im Ostende der späten 1940er Jahre erschien im Original bereits 1988 und liegt jetzt in der bei Wagenbach erscheinenden Reihe Salto erstmals in deutscher Übersetzung vor. Man könnte das Buch eine Hymne an den klassischen Strandurlaub und die „großen Ferien“ mit allen dazugehörigen Sinneseindrücken, Glücksgefühlen, Träumen und Illusionen (sowie der mitlaufenden Angst vor dem Ende) nennen oder die poetische Beschwörung eines soziologischen Phänomens, das in dieser Form bereits der Vergangenheit angehört und gleichwohl … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

„Kleine rote Fische, die rückwärts gehen“. Eine Kulturgeschichte der Krebse

Heinz-Dieter Franke

Der Zoologe Heinz-Dieter Franke, langjähriger Mitarbeiter der auf der Insel Helgoland angesiedelten „Biologischen Anstalt“ des Alfred-Wegener-Institut hat mit seiner jüngsten Veröffentlichung im mare Verlag eine Lücke innerhalb der reichhaltigen meeresbiologisch-populärwissenschaftlichen Literatur der letzten Jahre geschlossen: Sein Fachgebiet sind Krebse. Der merkwürdig anmutende Titel nimmt dabei einen wesentlichen Aspekt der Thematik vorweg: die Fülle der Irrtümer und andauernden Schwierigkeiten bei der zoologischen Einordnung: Handelt es sich bei den Krebstieren um „gehende Fische“, „Muscheln mit Füßen“ oder „Insekten ohne Flügel“? Und wussten Sie, dass auch die Kellerassel zu den Krebstieren zu zählen ist? Neben zoologischer Aufklärung liefert der Autor seinen Lesern eine Fülle von skurrilen und wundersamen Erscheinungen aus der Welt der … > Weiterlesen

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Belletristik

Lauter

Stephan Roiss

Der österreichische Autor Stephan Roiss, Jahrgang 1983, verfügt über einen expressiven Sprachstil, der seinen Zweitberuf als Musiker mit Neigung zu poetischem Punkrock verrät. Nicht erst in seinem neuen Roman Lauter gilt sein Interesse der Erkundung von menschlicher Leidenschaft, familiären Spannungen und gesellschaftlichen Problemfeldern. Der Held des Romans, ein Gitarrist, Sänger und Lebenskünstler, befindet sich auf Kuba, als er vom Tod seiner Mutter erfährt. Nach der Heimkehr gerät er in eine existenzielle Krise, die von Auseinandersetzungen mit seinem Vater bis zu einer eigenen Krebserkrankung kulminiert. Der Versuch, mit diesen Verwerfungen seines Lebens klarzukommen, führt ihn weiter nach Venedig und schließlich auf die Insel Stromboli, wo er nicht nur den Vulkan besteigt, … > Weiterlesen

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Belletristik

Comandante

Eduardo de Angelis/ Sandro Veronesi

Der Roman Comandante der italienischen Filmemacher und Autoren Eduardo de Angelis und Sandro Veronesi knüpft an die wahre Geschichte des italienischen U-Boot-Kommandanten Todaro an, der im Zweiten Weltkrieg die Besatzung eines von ihm versenkten belgischen Frachters an Bord nahm und 26 schiffbrüchigen Matrosen das Leben rettete – aus persönlichem Mitgefühl und entgegen den geltenden Befehlen. Die Lage eskaliert, als das U-Boot zwei Tage später in ein Gefecht mit britischen Kriegsschiffen gerät, doch gelingt es dem Kommandanten durch Funkverkehr mit den Gegnern, auch diese Konfrontation zugunsten der Besatzung und der Rettung der Schiffbrüchigen zu entschärfen. Die Autoren haben vor Erscheinen des Romans bereits einen Film über das Thema produziert, der im … > Weiterlesen