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Klassiker in Neuausgaben

Himmerlands-Geschichten

Johannes V. Jensen

Bereits vor drei Jahren hat der Berliner Guggolz Verlag mit einem von Ulrich Sonnenberg neu übersetzten Erzählungsband auf den zumindest in Deutschland zwischenzeitlich weitgehend vergessenen dänischen Autor Johannes V. Jensen (1873-1950), seines Zeichens Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1944, aufmerksam gemacht. Jetzt liegt ein weiterer Band seiner Himmerlands-Geschichten in bewährt sorgfältiger Edition und Aufmachung aus demselben Verlag vor. Diesem liegt die Originalausgabe von 1904 zugrunde, mit der Jensen an seine 1898 begonnene Reihe mit Geschichten aus eben jener bäuerlichen Welt anknüpfte, in der er selbst groß geworden ist. Ulrich Sonnenberg hat den nüchternen, auf die einfachen Verhältnisse seiner Helden eingestimmten Sprachstil Jensens ohne Pathos und Schnörkel ins Deutsche übersetzt. Das harte, zuweilen … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Der Zorn des Meeres

Bram Stoker

Ein vergessenes literarisches Kleinod, das die Bezeichnung als verkannter Klassiker verdient, hat Alexander Pechmann für den mare Verlag erstmals ins Deutsche übersetzt und herausgegeben: Der irische Autor Bram Stoker, Verfasser des Vampir-Romans um den Grafen Dracula und Stifter der daran anschließenden literarischen Gattung hat in seinem übrigen literarischen Werk dem Meer und der Landschaft der britischen Küsten breiten Raum eingeräumt. Seine in fünf Kapiteln erzählte Geschichte Der Zorn des Meeres ist in einem Fischerdorf vor der Ostküste Schottlands und auf den davorliegenden Gewässern angesiedelt. Der einfache Plot dreht sich um eine Familien- und Schmugglergeschichte – die unverkennbare literarische Qualität verdankt Stokers Erzählung indes der empfindsamen, sprachlich brillanten (und großartig übersetzten) … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Im Auge des Schwarms. Von Fischen, dem Meer und dem Leben

Helen Scales

Auch wenn die achtsame Naturbeobachtung nun schon seit einigen Jahren ein Renner im Buchgeschäft ist und dabei auch Meerestiere mit Vorliebe in den Blick nimmt, hat uns doch noch kein Buch so wie das aktuelle der englischen Meeresbiologin Helen Scales inspiriert, über Fische und das Leben in unseren Meeren nachzudenken. Nicht nur überrascht die Autorin mit einer Fülle hochspannender und kaum bekannter Fakten zur Rolle der Fische im Stammbaum des irdischen Lebens, deren individuellen Wahrnehmungsleistungen und zum choreographierten Verhalten ihrer Schwärme – sie weiß dies auch so unterhaltsam zu vermitteln, dass man ihr Buch verschlingt wie einen spannenden Roman. Doch die Reise in die erstaunliche Welt der Fische, zu der … > Weiterlesen

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Autobiographische Essays

Vertrauter Fremder. Ein Leben zwischen zwei Inseln

Stuart Hall

Der Soziologe Stuart Hall (1932–2014) gilt als einer der einflussreichsten britischen Kulturtheoretiker und Mitbegründer der sogenannten „Cultural Studies“. Er wurde auf Jamaica geboren und kam zu Beginn der 1950er Jahre als Student nach England. In dem auf Gesprächsprotokollen basierenden, postum erschienenen autobiographischen Erinnerungsbuch Vertrauter Fremder. Ein Leben zwischen zwei Inseln reflektiert er seine durch die karibische Perspektive auf der einen Seite und die britische auf der anderen bestimmte Identität – und folgt derart am eigenen Paradebeispiel den kolonialen, rassischen, ethnischen, ideologischen u.a. Aspekten der Selbstkonstruktion moderner Subjekte. Seine kulturgeschichtlichen Reflexionen bleiben bei allem geisteswissenschaftlichen Anspruch nie trockene Theorie und berühren zahlreiche Facetten der Massenkultur von Literatur und populärer Musik bis … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Das Eis brechen. Meine Reise in die Arktis

Julien Blanc-Gras

Über Grönland, seine außergewöhnliche Natur und deren Bewohner gab es in den letzten Jahren schon so einiges zu lesen, sodass ein weiteres Reisebuch zum Thema nicht unbedingt Neuigkeiten verspricht. Wirft man indes einen Blick in das im mare-Verlag erschienene Buch des französischen Journalisten und Reiseschriftstellers Julien Blanc-Gras, wird man schon bald vom Gegenteil überzeugt. Wenngleich es ziemlich zu Beginn des Buches einmal beiläufig heißt: „Auf den ersten Blick unterscheidet sich ein Grönländer nicht wirklich von einem Spanier oder Kenianer. Wie alle Arten des Homo sapiens verbringt er den Großteil seines Lebens damit, auf dem Smartphone herumzutippen und dabei das Wetter zu kommentieren.“ Auf den zweiten Blick bemerkt der Autor bei … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Wo die Wilden Frauen wohnen. Islands starke Frauen und ihr Leben mit der Natur

Anne Siegel

Das am arktischen Polarkreis gelegene Island hat nur gut 350.000 Einwohner, die indes allem Anschein nach überdurchschnittlich begabt und überhaupt irgendwie besonders sind. Der gute Teil von ihnen geht hierzulande eher seltenen Berufen nach, mit Vorliebe denen eines Dichters oder Fußballers, und vom Rest ist anzunehmen, dass er wenigstens als Leser oder Fußballfan tätig ist. Die in Köln lebende Journalistin Anne Siegel hat sich für ihr neues Buch nunmehr unter dem nicht weniger ambitionierten weiblichen Teil der Inselbevölkerung umgetan. Nach ihrem Roman Nordbräute und dem im letzten Jahr erschienenen Reykjavik Blues ist der dritte Band ihrer Island-Trilogie den ebenso „wilden“ wie modernen Powerfrauen der Insel gewidmet. Von der „Brauerin“ bis … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Schwere See. Eine Reise um das Schwarze Meer

Jens Mühling

Der Journalist und Essayist Jens Mühling, der laut Klappentext Literaturstudent bei dem ruhmreichen W.G. Sebald gewesen ist, hat für sein neues Buch eine Reise rund um das Schwarze Meer unternommen. Diese startet mit einem Abstecher auf den Spuren der „Arche Noah“ an den legendenumwobenen Berg Ararat, um sodann an der im Bau befindlichen Krim-Brücke eigentlich zu beginnen, die die Halbinsel über die Straße von Kertsch mit Russland verbindet. Über Georgien, Abchasien, die Türkei, Bulgarien, Rumänien und die Ukraine führt Mühlings Rundreise ganz zuletzt auf die Krim selbst und ans andere Ende der neuen Brücke, von der sie ihren Ausgang nahm. Dabei kommt ihm das „Schwarze Meer“ nirgendwo wirklich „schwarz“ vor … > Weiterlesen

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Autobiographische Essays

Unterwegs im blauen Universum

Hans Fricke

Der Biologe und bekannte Tierfilmer Hans Fricke, Jahrgang 1941, hat sich schon als Elfjähriger in der damaligen DDR aus einer Gasmaske und einem Feuerlöscher eine eigene Tauchausrüstung gebaut. Nach der Flucht in den Westen unternahm er 1962 die erste Reise ans Rote Meer – mit dem Fahrrad! Sein jetzt im Galiani Verlag erschienenes Buch Unterwegs im blauen Universum ist die Autobiographie eines begeisterten Tauchers, Forschers, Filmers und Meeresökologen, der seinen Kindheitstraum zum Beruf gemacht hat. Der bei Konrad Lorenz, dem Gründer der Verhaltensbiologie, studierte Fricke, der sich selbst als „Möglichmacher“ versteht, hat in seinem abwechslungsreichen Leben über zehntausend Stunden unter Wasser verbracht – sei es auf der Spur von Aalen … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Das große tiefe Blau. Von Yeti-Krabben, leuchtenden Medusen und anderen Geheimnissen des Meeres

Alex Rogers

Die faszinierende und immer noch wenig erforschte Welt der Tiefsee hat es dem Ozeanologen Alex Rogers angetan, der zu den international renommiertesten Wissenschaftlern seines Fachs zählt. Er hat im Verlauf seiner Tätigkeit Leben in mehr als 6.000 Metern Tiefe und ein Korallenriff im Nordatlantik entdeckt und berät die UN und zahlreiche weitere internationale Organisationen zu Fragen der Ozeanforschung und Meeresökologie. Sein Interesse am und seine Leidenschaft für das Meer verdankt er indes seinem als Fischer an der irischen Küste beheimateten Großvater, den er als Kind regelmäßig während der Ferienzeit besucht hat. Sein bei dtv in deutscher Übersetzung erschienenes Buch bietet nicht nur faszinierende Einblicke in die Tiefen der Meere. Zugleich … > Weiterlesen

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Insel- und Küstenkrimis

Das Bild der Pyramide. Commissario Montalbano blickt hinter die Fassaden

Andrea Camilleri

Der im Sommer letzten Jahres verstorbene sizilianische Autor Andrea Camilleri war eine der bedeutendsten Stimmen der italienischen Literatur der letzten Jahre und zugleich eine der produktivsten: hat er doch mehr als 100 Bücher verfasst, die schon zu seinen Lebzeiten erschienen. 27 davon entfallen auf seine Krimireihe um Commissario Montalbano. Die deutschen Ausgaben derselben, die im Lübbe Verlag erscheinen, sind jetzt bei Nr. 22 angekommen: Im sizilianischen Küstenörtchen Vigàta (wo sich bei anderer Gelegenheit auch schon mal eine „pommersche Prinzessin“ herumtrieb) gibt es zuerst heftigen Regen, dann eine Leiche auf einer Baustelle und schließlich verschwindet auch noch die Ehefrau des Toten. Und halb Vigàta scheint in die Geschichte verstrickt zu sein…… > Weiterlesen