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Klassiker in Neuausgaben

Reisen ohne Ziel

Harry Martinson

Auf der Leipziger Buchmesse wurde der vor zwei Jahren gegründete Berliner Guggolz-Verlag, der sich anspruchsvoll gestalteten Neuausgaben vergessener literarischer Klassiker aus Nord- und Osteuropa verschrieben hat, mit dem Förderpreis der Kurt-Wolff-Stiftung ausgezeichnet. Zu den aktuellen Neuerscheinungen des Verlags gehört der Band Reisen ohne Ziel mit autobiographischen Reiseessays des schwedischen Autors und erklärten „Weltnomaden“ Harry Martinson. Der Sohn eines Kapitäns, bekennende Buddhist und Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1974, der sich 1978 das Leben nahm, war in den 1920er Jahren als Matrose und Schiffsheizer auf allen Weltmeeren unterwegs und bezog daraus den Stoff für sein Buch, das 1932 in Schweden erschien und seinen dortigen Ruhm mit begründet hat.… > Weiterlesen

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Autobiographische Essays

Der Leuchtturm

Paolo Rumiz

Der in Bozen und Wien ansässige Folio-Verlag macht sich in diesem Frühjahr gleich mit mehreren Neuerscheinungen um die Vermittlung der literarischen Landschaften Italiens und des Balkans an deutsche Leser verdient. Dazu gehört die autobiographische Erzählung Der Leuchtturm des in Triest beheimateten Globetrotters und Reiseschriftstellers Paolo Rumiz, in der dieser von einem dreiwöchigen einsamen Aufenthalt auf einer kleinen Felseninsel im Mittelmeer Bericht gibt. Seine Gedanken umkreisen Naturgewalten, Meer, Seefahrt, Tiere und den mediterranen Kulturraum – und wo sie den letzteren nicht ausdrücklich fixieren, mutet die einsame Insel mit dem Leuchtturm oft genug wie eine Klippe im hohen Norden an.… > Weiterlesen

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Belletristik

Der Atem der Vögel

Klaus Böldl

Der Skandinavist Klaus Böldl, der auch als Übersetzer altnordischer Literatur hervorgetreten ist, kommt in seinen literarischen Texten immer wieder auf die „fernen Inseln“ im äußersten Nordwesten Europas zurück. Nach seinem für die detaillierten Landschafts- und Naturbeschreibungen gelobten Reisebuch „Die fernen Inseln“ nimmt auch sein neuer Roman „Der Atem der Vögel“ auf die karge und mythenschwangere Landschaft der Färöer-Inseln Bezug. Der Held des Buches, ein dort lebender introvertierter Deutscher, wandert über die Inseln. Bei seinen Reflexionen umkreist er ein gleichsam leeres Zentrum, in dem sich Landschaften um ihn herum und in ihm begegnen.… > Weiterlesen

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Belletristik

Eine kurze Geschichte von sieben Morden

Marlon James

Die angeblich „kurze Geschichte“ die der aus Jamaika stammende Marlon James rund um den am 3. Dezember 1976 verübten Mordanschlag auf Bob Marley erzählt, ist mit 850 Seiten tatsächlich alles andere als kurz. Eher nimmt der Autor den niemals aufgeklärten Mordanschlag, bei dem die Frau und der Manager des Reggae-Stars schwer verletzt und Marley selbst angeschossen wurde, zum Anlass für ein ausuferndes Prosa-Epos auf die jamaikanische Hauptstadt Kingston als Geburtsort des Reggae, von der CIA unterwanderter Hinterhof der USA und Schlachtfeld mafiöser Drogenkartelle, deren langer Arm bis in die New Yorker Szene reicht.… > Weiterlesen

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Belletristik

Gotland

Michael Stavarič

Der aus Brünn stammende, schon seit seiner Kindheit in Wien lebende Autor Michael Stavarič hat aus seiner tschechischen Heimat die literarische Neigung zu absurder und paradoxer Übertreibung und einem gleichsam „schwarzen“ Surrealismus mitgebracht. In seinem neuesten Roman breitet er die Wahnvorstellungen eines Mannes und Schriftstellers aus, der aus der libidinösen Mutterbindung in die Vorstellung der eigenen Gottgleichheit flieht und zuletzt zum Triebtäter wird. Die schwedische Ostseeinsel Gotland spielt dabei die Rolle eines quasibiblischen Gottesgartens, wo der „Held“ seine paranoiden Gedanken ausbuchstabiert – und jener fungiert als eine Art Zerrspiegel der prekären Psychen heute allgegenwärtiger Egomanen.… > Weiterlesen

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Belletristik

Sturm. Zwei Novellen

J.M.G. Le Clézio

Jean-Marie Gustave Le Clézio, in Nizza aufgewachsener Sohn eines britischen Tropenarztes, Staatsbürger Frankreichs sowie der Insel Mauritius, von der seine mütterlichen Vorfahren stammen, und Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 2008, entzieht sich mit seinen Texten allen Schubladen. Sein postkolonialer Blickwinkel auf die Welt und seine präzise literarische Sprache verbinden sich in seinen Texten zu einem originären multiperspektivischen Erzählstil. Bei Kiepenheuer und Witsch sind nunmehr zwei in Frankreich bereits 2014 veröffentlichte Novellen in deutscher Übersetzung erschienen, darunter die auf der koreanischen Insel Udo angesiedelte Erzählung Sturm, die dem Band den Titel gibt. Ihre beiden Helden und wechselnden Ich-Erzähler sind einerseits ein amerikanischer Veteran des Korea-Kriegs, der auf der Insel Erinnerungen an die … > Weiterlesen

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Belletristik

Kompass

Mathias Énard

Es wäre eine gelinde Untertreibung, Mathias Énards mit dem „Prix Goncourt“ und dem Leipziger „Buchpreis zur europäischen Verständigung“ ausgezeichneten Roman Kompass als „Inselgeschichte“ zu subsumieren. Tatsächlich spielen Inseln darin nur am Rande eine Rolle – etwa als Aufenthaltsort der französischen Orientalistin Sarah, an die sich der Held und Ich-Erzähler von seiner Wiener Wohnung aus während einer schlaflosen Nacht erinnert, oder bei seinen späteren Reflexionen über eine gemeinsamen Reise im Persischen Golf. In übertragenem Sinn bildet indes die ganze erinnerte Welt im Kopf des Helden eine Insel, die er während einer schlaflosen Nacht vor seinem inneren Auge Revue passieren lässt – und wird der Teppich in seinem Zimmer zu einem „fliegenden … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Japans Geister

Lafcadio Hearn

Lafcadio Hearn, 1850 auf der griechischen Insel Lefkada als Sohn einer Griechin und eines britischen Offiziers geboren, in Dublin aufgewachsen und als 19-jähriger nach New Orleans, später nach New York übergesiedelt, war im wahrsten Sinne einer der ersten modernen Globetrotter und einer der einflussreichsten Reiseschriftsteller des 19. Jahrhunderts. 1891 heiratete er die Tochter eines Samurais und ließ sich in Japan nieder, dessen Alltag und Kultur, Mythen und Gegenwart, Pflanzen und Tiere er genau beobachtet und in zahlreichen Essays beschrieben hat. Eine illustrierte Re-Edition seiner für die europäische Japanrezeption um 1900 maßgeblichen Texte ist unter dem Titel Japans Geister in der Reihe „Die andere Bibliothek“ in opulenter Ausstattung erschienen.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Jenseit des Tweed

Theodor Fontane

Im Rahmen der „Großen Brandenburger Fontane-Ausgabe“, die sich mit ihrer umfassenden Kommentierung als künftiger Maßstab der Fontane-Edition empfiehlt, ist der mit zeitgenössischen Stichen illustrierte Bericht der 1858 unternommenen Reise des Autors durch Schottland erschienen, die er selbst als schönste und poetischste seines Lebens bezeichnet hat. Angesichts der historischen Helden und Schlachtfelder sowie von romantischer Natur und schönen Frauen erfährt Fontane in Schottland eine ähnliche Initiation wie siebzig Jahre zuvor Goethe bei seiner Reise durch Italien. Nicht zuletzt färbt der Stil seiner Reisebeschreibung auf die nach seiner Rückkehr in Angriff genommenen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ab.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Die Schattenlinie

Joseph Conrad

In der verdienstvollen Reihe der Klassiker-Neuübersetzungen aus dem Hanser-Verlag ist eines der bekanntesten Bücher von Joseph Conrad, der Kurzroman Die Schattenlinie, in der Übersetzung von    Daniel Göske neu erschienen. Das Meer und die Seefahrt als hauptsächliche Themen, die das gesamte literarische Werk Conrads durchziehen, wird darin mit der biographischen Grauzone zwischen pubertärer Männlichkeit und verantwortlichem Mannsein zusammengeführt. Aus der Perspektive des jungen Kapitäns und Helden der Erzählung entdeckt sich die Schifffahrt als Gleichnis auf die biographische Lebensfahrt. Die umfassend kommentierte Neuausgabe enthält zudem Conrads frühere Erzählung Der geheime Teilhaber.… > Weiterlesen