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Belletristik

Der Insulaner

Henning Boëtius

Der auf der Insel Föhr aufgewachsene Schriftsteller Henning Boëtius hat mit dem 1000-Seiten-Roman „Der Insulaner“ einen weiteren umfänglichen, autobiographisch geprägten Prosatext vorgelegt. Der Held des Buches ist ein Schriftsteller, der sich wegen eines Hirntumors einer Operation unterziehen muss. Im Narkosetraum erzählt er einem Analytiker die Geschichte seines Lebens, die auf jener Insel wurzelt, wo er seine Kindheit verbracht hat, und beginnend mit dem Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges durch die ganze zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts führt.… > Weiterlesen

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Belletristik

Hexensaat

Margaret Atwood

Der Roman „Hexensaat“ der kanadischen Autorin Margaret Atwood versteht sich als Hommage an Shakespeares großes Inseldrama „Der Sturm“ und adaptiert dessen Handlung vor der Kulisse des heutigen Kulturbetriebs: Der Held des Buches ist ein Theaterregisseur, der infolge einer Intrige seines Assistenten kurz vor einer geplanten Premiere des „Sturm“ als Leiter eines kanadischen Theaterfestivals gestürzt wird und gleichsam ins Nichts fällt. Doch wie in Shakespeares Stück bietet sich auch ihm die Gelegenheit zur Rache: Er inszeniert Jahre später den „Sturm“ mit Häftlingen im Rahmen eines Gefängnis-Projekts. Zur Premiere hat sich der Kulturminister angesagt, der kein anderer als sein einstiger Assistent ist.… > Weiterlesen

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Belletristik

Die Stadt auf dem Wasser

Salome Benidze

Schon ein Jahr bevor Georgien 2018 Gastland der Frankfurter Buchmesse sein wird, hat der auf Literatur von Frauen spezialisierte Berliner Aviva-Verlag die junge Autorin Salome Benidze für das deutsche Publikum entdeckt. Der in Georgien preisgekrönte und mit fantastisch-feinsinnigen Graphiken von Tatia Nadareischwili illustrierte Band enthält sieben märchenhaft-poetische Erzählungen über junge Frauen, die jeweils mit deren Namen überschrieben sind. Dazu gehört u.a. die in den Gegenden der Perl-, Bernstein-, Smaragd-, Saphir-, Granit- sowie Malachitinseln spielende Geschichte von Ilaria, die als Baby in einem Boot auf dem Meer ausgesetzt worden ist und, obwohl sie gerettet wird, ihrem traurigen Schicksal nicht entkommt.… > Weiterlesen

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Belletristik

Das schwarze Paradies

Ida Hegazi Høyer

Ida Hegazi Høyer, auf den norwegischen Lofoten aufgewachsene Autorin mit ägyptischen und dänischen Wurzeln, hat für ihren Roman „Das schwarze Paradies“ eine tatsächliche Begebenheit aufgegriffen und literarisch variiert: Im Jahr 1929 entschloss sich ein Berliner Arzt zur Zivilisationsflucht und ließ sich auf der einsamen Galapagos-Insel Floreana nieder. Doch währte die selbstgewählte Inseleinsamkeit nicht lange, kamen doch wenig später weitere europäische Aussiedler auf der Insel an, und 1934 ging schließlich die Meldung über mehrere mysteriöse Todesfälle und von der Insel verschwundene Personen um die Welt. Ida Hegazi Høyer wartet mit ihrer eigenen, frei phantasierten Version des dortigen Geschehens auf, wobei die Schlüsselrollen einem Postkasten am Strand und einer nymphomanischen Baronin mit … > Weiterlesen

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Belletristik

Die Kieferninseln

Marion Poschmann

Marion Poschmanns viel gelobter Roman über die spontane Japan-Reise eines Privatdozenten und Bartforschers beginnt furios und skurril: Der Held träumt, dass er von seiner Frau betrogen wird, bildet sich beim Erwachen fest ein, dass das nächtlich empfangene Zeichen der Wahrheit entspricht und sucht mit dem nächstbesten verfügbaren Interkontinentalflug das Weite. Der führt ihn nach Japan, wo er mit Bashōs klassischer Reisebeschreibung in der Hand und an der Seite eines zum Selbstmord entschlossenen Studenten das Land durchquert, um zuletzt auf die gepriesenen „Kieferninseln“ zu gelangen – wobei die anfängliche Skurrilität der Erzählung mehr und mehr einem lyrisch-empfindsamen Ton weicht, der existenzielle Fragen aufwirft und offen lässt.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Reise um die Welt

Francesco Carletti

Im Rahmen ihrer Reihe klassischer Reise- und Entdeckerberichte wartet die Edition Erdmann in diesem Jahr mit einer Neuauflage der Weltreise des florentinischen Kaufmannes Francesco Carletti auf, die diesen zwischen 1594 und 1602 von den Kapverdischen Inseln über Cartagena (Kolumbien), Panama, Lima, Mexiko auf die Philippinen und weiter über China, Japan und Indien bis auf die Insel St. Helena führte. Wie kaum ein anderes Dokument der Zeit vermag Carlettis für Ferdinand I. von Medici verfasster Reisebericht noch dem heutigen Leser eine lebhafte Vorstellung von der Abenteuerlichkeit des weltweiten Handels und Sklavenhandels um 1600 zu vermitteln.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Logbuch des Lebens

John Steinbeck

Der neueste Titel aus der gepflegten Klassiker-Reihe des mare-Verlags ist einem Meisterwerk der Reiseliteratur aus der Mitte des 20. Jahrhunderts gewidmet: dem „Logbuch des Lebens“ aus der Hand des Literatur-Nobelpreisträgers John Steinbeck, der 1940 gemeinsam mit einem Freund, dem Meeresbiologen Ed Rickett, eine Kuttertour entlang der damals noch weitgehend unerforschten und dünn besiedelten Küste Niederkaliforniens unternahm. Steinbeck verknüpft seinen unterhaltsam-anekdotischen Bericht über den Verlauf dieser Expedition mit eindrucksvollen Schilderungen der Landschaft und ihrer mexikanischen Bewohner sowie davon angeregten philosophischen Reflexionen.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Die Sirene

Guiseppe Tomasi di Lampedusa

Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896–1957), Nachfahre eines sizilianischen Adelsgeschlechts, begann erst kurz vor seinem Tod, im Alter von fast 60 Jahren zu schreiben und erlangte mit seinem von Visconti verfilmten Roman „Der Leopard“ posthume Berühmtheit. Neben diesem hinterließ er eine Reihe von Erzählungen und autobiographischen Erinnerungen, die nunmehr in einer umfassend kommentierten Neuübersetzung aus dem Piper-Verlag erschienen sind. Glanzstück des Bandes ist die titelgebende Erzählung „Die Sirene“: Ein aus dem sizilianischen Catania stammender Altphilologe vertraut dem jungen Erzähler darin seine jugendliche Liebesgeschichte mit einer leibhaftigen Sirene an.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Grabgeflüster

Máirtín Ó Cadhain

Das von Lukian im 2. christlichen Jahrhundert begründete Genre der „Totengespräche“ gehört schon seit der Antike zu den literarischen Meisterdisziplinen, ermöglicht es doch die Verbindung tiefsinniger gesellschaftskritischer Reflexionen mit einem von vornherein „surrealistischen“ und komödiantischen Stil des Erzählens. Máirtín Ó Cadhain, geboren 1906, gestorben 1970 adaptierte diese literarische Tradition in seinem auf Gälisch (Irisch) verfassten Meisterwerk „Grabgeflüster“, dessen Schauplatz die Unterwelt eines ländlichen Friedhofs im Westen Irlands mit den dazugehörigen Heerscharen das oberirdische Geschehen debattierender Leichen ist. In der Verbindung von Existenzialismus und unbändigen Sprachspiel erweist sich sein bereits 1948 erschienener, erst jetzt (in kongenialer Übersetzung von Gabriele Haefs) auf Deutsch vorliegender 400 Seiten dicker Roman als ein Klassiker der … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Flut. Das wilde Leben der Gezeiten

Hugh Aldersey-Williams

Hugh Aldersey-Williams gehört zu jener Garde britischer Naturwissenschaftler, die es meisterhaft verstehen, ein reiches Material an Daten und Fakten in Form spannender, allgemein verständlicher und stilistisch brillanter Erzählungen darzubieten. Nach erfolgreichen Büchern über das „Leben“ der chemischen Elemente und die Anatomie des menschlichen Körpers hat er sein neuestes Werk den Gezeiten sowie der Geschichte ihrer Erkenntnis und Beschreibung gewidmet. Dabei gelingt ihm der Spagat, das hochkomplexe und erst in allerjüngster Zeit einigermaßen wissenschaftlich erfasste Naturphänomen von Ebbe und Flut einerseits für den Laien verständlich zu beschreiben und anderseits die Fülle poetischer und metaphorischer Erzählungen vor Augen zu stellen, die das Nachdenken darüber seit der Antike begleiten. So biss sich schon … > Weiterlesen