Zweimal reiste Theodor Fontane nach Italien – zunächst im Herbst 1874 zusammen mit seiner Frau Emilie per Eisenbahn-Rundreisebillet nach Verona, Venedig, Florenz, Rom und Neapel und im Jahr darauf nochmals allein in diverse oberitalienische Kunstzentren. Allerdings ließ er die Italien-Begeisterung der meisten seiner Zeitgenossen vermissen, vielmehr zeigt sein Reisetagebuch dieselbe Ambivalenz und kritische Distanz, die auch seine übrigen Werke bis heute zu einer spannenden Lektüre macht. Selbst Venedig empfand er über weite Strecken als „langweilig“ und notierte etwa: „Da macht das Meer bei Brighton doch einen anderen Eindruck.“ Nach seiner Rückkehr bekundete er in einem Brief, in Italien sei ihm klargeworden, dass seine „bescheidene Lebensaufgabe nicht am Golf von Neapel, … > Weiterlesen
