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Sachbücher und Bildbände

Zwei Bäume machen einen Wald

Jessica L. Lee

Die britisch-kanadisch-taiwanesische Autorin Jessica L. Lee ist promovierte Umwelthistorikerin, gibt eine auf Nature Writing fokussierte Literaturzeitschrift heraus und lebt derzeit in Berlin. In ihrem neuen Buch Zwei Bäume machen einen Wald, das soeben in der Reihe Naturkunden des Verlages Matthes & Seitz erschienen ist, spürt sie den taiwanesischen Wurzeln ihrer Familie und mit diesen auch der Landschaft und Flora Taiwans, seiner Geologie, Geschichte und Ökologie sowie nicht zuletzt dem Wesen von Inseln nach. Gleich zu Beginn des – im Übrigen mit einfühlsamen Zeichnungen illustrierten und auch in gestalterischer Hinsicht rundherum überzeugenden Buches – steht der schöne Satz: „Eine Insel ist ein schwimmendes Wort, ein Archipel, ein pelagischer Ort.“… > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Blue Mind. Wie Wasser uns glücklicher macht

Wallace J. Nichols

Der kalifornische Meeresbiologe Wallace J. Nichols wendet sich in seinem im Hirzel Verlag publizierten Buch Blue Mind. Wie Wasser uns glücklicher macht der außerordentlichen Faszination zu, die der Anblick von Wasser und die Bewegung darin bei Menschen unwillkürlich bewirken. In seinem unterhaltsam und flüssig geschriebenen, zum Schmökern einladenden Buch zitiert und erläutert Nichols nicht nur eine Vielzahl neurowissenschaftlicher, medizinischer und psychologischer Studien, sondern wartet auch mit einer Fülle individueller Fallbeispiele und Geschichten auf – sei es von Sportlern, Künstlern, Anglern oder Kindern. Ein hochspannendes Thema und ein leicht zu lesendes Buch, aus dem man dennoch eine Menge lernen kann!… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Die Pest in London

Daniel Defoe

Im Jahr 1722, drei Jahre nach Erscheinen des Robinson, veröffentlichte Daniel Defoe eine außergewöhnliche Reportage unter dem Titel A Journal of the Plague Year, die der österreichische Verlag Jung und Jung unter dem deutschen Titel Die Pest in London neu herausgegeben hat. In seiner fast 400 Seiten umfassenden, mit einer Fülle von Details aufwartenden Chronik schildert Defoe die Londoner Epidemie von 1665 aus der Perspektive eines fiktiven Beobachters, aber auch unter Verweis auf amtliche Statistiken, in denen man Infektionsgeschehen und Todesfälle schon vor mehr als 350 Jahren akribisch aufgezeichnet hat.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Die erste Reise um die Welt. An Bord mit Magellan

Antonio Pigafetta

Der aus Vicenza stammende Gelehrte Antonio Pigafetta, der Magellan auf seiner ersten Weltumseglung begleitet hat, leistete jenem nicht nur dank seiner Sprachbegabung als Übersetzer wichtige Dienste, er gehörte auch zu den wenigen Überlebenden, die nach Magellans Tod von den Philippinen nach Europa zurückkehrten und dort Bericht über die epochemachende Reise gaben. Sein Tagebuch hat der Historiker und Publizist Christian Jostmann jetzt neu und erstmals vollständig übersetzt und unter dem Titel Die erste Reise um die Welt. An Bord mit Magellan inklusive zahlreicher originaler Miniaturen aus der Hand Pigafettas im Verlag wbg herausgebracht.… > Weiterlesen

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Autobiographische Essays Klassiker in Neuausgaben

Im Banne der Südsee

Alma M. Karlin

Schon seit geraumer Zeit behält der Berliner AvivA Verlag die oft zu kurz kommenden weiblichen Weltreisenden im Blick. Zu den renommiertesten unter ihnen gehört die deutsch-slowenische Reiseschriftstellerin Alma M. Karlin, die 1919 – allein und ohne Geld – zu ihrer Einsamen Weltreise aufbrach. Das 1929 erschienene Reisebuch der unerschrockenen, in mindestens zehn Sprachen bewanderten Abenteuerin wurde in den 1930er Jahren zum Bestseller. Der zweite Band des insgesamt dreibändigen Tagebuches trägt den Titel Im Banne der Südsee und führt den Leser an der Seite der reisenden Autorin und ihrer Erika-Schreibmaschine u.a. auf die Philippinen, nach Papua-Neuguinea, Australien und Neuseeland.… > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Das Buch des Meeres. Tage- und Skizzenbücher großer Seefahrer

Huw Lewis-Jones (Hg.)

Der von dem Londoner Historiker und Kurator Huw Lewis-Jones herausgegebene Band vor, der im DuMont Buchverlag unter dem Titel Das Buch des Meeres auf Deutsch erschienen ist, stellt ein regelrechtes „Museum“ maritimer Klassiker vor. Er versammelt ca. tausend farbig reproduzierte Blätter aus Tage- und Skizzenbüchern von Seefahrern und diese begleitenden Künstlern der letzten 700 Jahre. Der prachtvoll aufgemachte, in Halbleinen gebundene Band knüpft gestalterisch an den vom selben Autor vor einigen Jahren herausgegebenen Kosmos großer Entdecker an und liefert dem Betrachter bereits beim Durchblättern einen Augenschmaus. Auch die Begleittexte mehrerer seetüchtiger Koautoren sind die Lektüre wert und vermitteln reichliches Detailwissen über die Geschichte der weltweiten Schifffahrt. Unter den insgesamt siebzig … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Das Geisterschiff, neu übersetzt von Andreas Nohl

Richard Middleton

Der Göttinger Steidl Verlag wartet in diesem Jahr mit einer neuen Klassiker-Reihe auf, die der Schriftsteller, Übersetzer und Kritiker Andreas Nohl unter dem Titel Steidl Nocturnes herausgibt. Sie ist Wieder- und Neuentdeckungen des Unheimlichen in der Literatur gewidmet und hat im ersten Jahr – neben einem Auszug aus Musils Mann ohne Eigenschaften – gleich zwei unterhaltsame Klassiker mit maritimen Affinitäten im Programm: unter dem Titel Tamango einen Novellenband aus der Feder des französischen Schriftstellers, Politikers und Übersetzers Prosper Mérimée (1803–1873) sowie unter dem Titel Das Geisterschiff eine Sammlung phantastischer Kurzgeschichten des begabten britischen Dichters Richard Middleton, der sich 1911 im Alter von nur 29 Jahren das Leben genommen hat. Uns … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Der Niemand von der „Narcissus“

Joseph Conrad

Joseph Conrads 1897 erschienener Roman The Nigger of the „Narcissus“, ein Klassiker der Seefahrerliteratur, liegt in der Klassikerreihe aus dem mare-Verlag jetzt in einer hervorragenden Neuübersetzung von Mirko Bonné unter dem Titel Der Niemand von der „Narcissus“ vor. Bonnés Verdienst besteht dabei keineswegs nur in einer deutschen Namens- und Titelfindung, die dem Druck zur „politisch korrekten“ Umschrift in unseren Ohren „rassistisch“ anmutender Vokabeln Rechnung trägt, ohne deswegen die Vieldeutigkeit und Sprachmelodie des Originals zu opfern. Rühmenswert ist seine Neuübersetzung vor allem deswegen, weil sie Umgangsformen und Redensarten der Seeleute, wie sie der Autor aus eigenem Erleben schildert, in zeitgemäßen und niemals gekünstelt wirkenden deutschen Formulierungen lebendig hält. Ist … > Weiterlesen

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Klassiker in Neuausgaben

Sagas aus der Vorzeit. Von Wikingern, Berserkern, Untoten und Trollen, Bd. 1

Rudolf Simek u.a. (Hg.)

Der Stuttgarter Kröner Verlag wartet 2020 mit einer dreibändigen Ausgabe altisländischer Vorzeitsagas auf. Als Herausgeber fungiert ein Forscher- und Übersetzerteam um den renommierten österreichischen Skandinavisten und Philologen Rudolf Simek, das die altnordischen Quellentexte erstmals vollständig ins Deutsche übertragen hat. Dabei gelingt den Übersetzern der bis zu tausend Jahre alten Texte der bemerkenswerte Spagat zwischen Werktreue und einer auch im 21. Jahrhundert lesbaren und anregenden deutschen Prosafassung. Die von gelehrten Autoren der Wikingerzeit verfassten, halb mythischen, halb historischen Erzählungen reichen inhaltlich weit vor die Besiedlung Islands und bis in das Skandinavien der Völkerwanderungszeit zurück. Sie haben bereits die hochmittelalterlichen Heldenepen von der Edda bis zum Nibelungenlied angeregt und stellen noch heute … > Weiterlesen

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Belletristik

Das Meer der Libellen

Yvonne Adhiambo Owuor

Der 600 Seiten dicke Roman Das Meer der Libellen der kenianischen Autorin Yvonne Adhiambo Owuor ist nicht allein deshalb eine Empfehlung wert, weil Bücher afrikanischer Autoren auf unserem Buchmarkt nach wie vor selten sind – wirft die kenianische Schriftstellerin doch nicht nur einen eigenwilligen Blick auf ihre Heimat, sondern auch auf die globale Geschichte und Gegenwart. Ebenso bemerkenswert ist die poetische und eingängige, an uralte mündliche Erzähltraditionen gemahnende Sprache, mit der sie den Leser im besten Sinn „an die Hand nimmt“. Um einen kleinen Eindruck davon zu vermitteln, hier der allererste Satz: „Die Vorfahren der Libellen, die über das Wasser jagten, stammten aus Nordindien und hatten sich von einem milden … > Weiterlesen