Kategorie wählen:
Blog-Kategorien:
Kategorien
Belletristik

An den Mauern des Paradieses

Martin Schneitewind

Von dem Autor Martin Schneitewind heißt es im Umschlagtext dieses Buches, er sei 1945 als Kind deutsch-französischer Eltern in Straßburg geboren, habe nach einem Studium der Theologie in Tübingen und Reisen nach Südamerika in der Stadtverwaltung von Straßburg gearbeitet und sei 2009 gestorben. Das in französischer Sprache verfasste, jetzt in der deutschen Übersetzung von Raoul Schrott vorgelegte Werk sei sein einziger Roman. Dessen Handlung ist in einer Zukunft angesiedelt, in der die Mauer zwischen den USA und Mexiko längst vollendet und China zur Weltmacht avanciert ist sowie der ansteigende Meeresspiegel weite Teile Asiens überschwemmt hat. Von dort sind gigantische Flüchtlingsströme in Richtung Naher Osten unterwegs, wo wiederum ein gewisser Dr. … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Das Volk der Bäume

Hanya Yanagihara

Hanya Yanagihara, Tochter eines Hawaiianers japanischer Abstammung und einer südkoreanischen Mutter, wuchs in Hawaii auf und gibt das Style Magazine als Wochenendbeilage der New York Times heraus. Ihr Roman Ein wenig Leben, der vor zwei Jahren auf Deutsch erschien, wurde dank der außergewöhnlichen Begabung Yanagiharas, Gefühle, Schmerz und Gewalt zur Sprache zu bringen, zu einem Weltbestseller. Nun ist auch ihr in den USA schon vorher erschienener Erstlingsroman in deutscher Übersetzung verfügbar und beschert eine mindestens ebenso große literarische Überraschung.

Das Volk der Bäume ist durch persönliche Erfahrungen der Autorin angeregt und geprägt, angefangen vom Aufwachsen auf einer Pazifikinsel bis zur Bekanntschaft mit dem US-amerikanischen Mediziner Daniel Carleton Gajdusek, der … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Gedichte

Elizabeth Bishop

Elizabeth Bishop (1911-1979) ist eine der wichtigsten Stimmen der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts, gleichwohl in Deutschland für ein breites Publikum noch zu entdecken. Mit einem umfangreichen zweisprachigen Gedichtband in der Übersetzung von Steffen Popp hat der Hanser Verlag nun einen verdienstvollen Beitrag dazu geleistet. Das in Bishops Texten immer wieder auftauchende Thema des Meer- und Inselhaften hat einen konkreten autobiographischen Hintergrund: Die in Massachusetts geborene Dichterin ist nach dem frühen Tod des Vaters bei ihren Großeltern mütterlicherseits, in einem kleinen Dorf an der Küste der kanadischen Halbinsel Neuschottland aufgewachsen. Die sich verwischenden Grenzen von Land und Meer, das Flüssige und sich Verflüssigende sind herausragende Themen ihres dichterischen Werkes, das … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Teich

Claire-Louise Bennett

Teich ist der so knappe wie ungreifbare Titel des Debütromans der jungen englischen Autorin Claire-Louise Bennett, dessen Handlung in einem kleinen Dorf an der irischen Westküste angesiedelt ist. Was genau die Heldin und Ich-Erzählerin des Romans dorthin verschlagen hat, ist vom Leser nur nach und nach und auch dann nicht in Gänze aus den mitgeteilten bruchstückhaften Erinnerungen zu erahnen: Scheitern in Liebe und Beruf, Selbstmordabsichten, traumatische Nachwirkungen der eigenen Kindheit, insbesondere des Unfalltodes des kleinen Bruders und anderes mehr. Doch die verschwimmende Vergangenheit mit den darin aufblitzenden Erinnerungen sowie literarischen und philosophischen Reminiszenzen schafft umso mehr Raum für tagtraumartige Beschwörungen der Gegenwart, etwa für die Beschaffenheit der Kate, in der … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik Rügen- und Ostseebezug

Seezeichen

Holger Teschke

Der in der Edition Rugerup unter dem Titel Seezeichen erschienene Gedichtband des gebürtigen Sassnitzers Holger Teschke versammelt Texte aus fast einem Vierteljahrhundert – beginnend mit den 1995 entstandenen Rügen-Gedichten Jasmunder Felder und Treppe bei Prora bis zu der surrealen Reiseszene Der Zug im Meer aus dem Frühjahr 2018. Als durchgängiges Charakteristikum von Teschkes Lyrik zeigen sich der Fokus auf landschaftliche Eindrücke – mit Vorliebe von Küstenszenerien – und ein den Blick des Autors darauf begleitender melancholischer Grundbass. Momentaufnahmen von Reisen (u.a. ans Mittelmeer, nach Skandinavien und entlang der amerikanischen Ostküste), aufblitzende innere Bilder, Reflexionen über Zerstörtes und Vergangenes, Kindheitserinnerungen, historische Reminiszenzen, nachhallende Gesänge von Kranichen und Zikaden bilden den Stoff, … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Mönchsauge. Zweisprachige Ausgabe mit Bildern von Matthias Weischer

Cees Nooteboom

Der Titel des neuen Gedichtbandes aus der Hand des niederländischen Altmeisters Cees Nooteboom ist durch einen Aufenthalt des Dichters auf der  westfriesischen Insel Schiermonnikoog – deutsch: „Insel der grauen Mönche“ – im Dezember 2015 angeregt. Der besondere Denkraum des Inselaufenthalts ist vom ersten bis zum letzten der 33 Gedichte gegenwärtig, zumal das Thema dank Nootebooms Zweitwohnsitz auf Menorca den Schreibprozess auch nach dessen Abreise von der „Mönchsinsel“ als landschaftlicher Gegenpol begleitet hat. Leider vermag die deutsche Übersetzung den Doppelsinn des Titels Monniksoog als „Mönchsauge“ und „Mönchsinsel“ nicht wiederzugeben, der auch Nooetebooms poetischen Reflexionen eingeschrieben ist und ihren Gedankenflug von den konkreten Insel- und Küstenlandschaften in ferne Vergangenheiten und mythische Tiefen … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Bluets

Maggie Nelson

Die in Los Angeles lebende amerikanische Dichterin und Essayistin Maggie Nelson hat unter dem Titel Bluets ein Buch vorgelegt, das sich der einfachen Einordnung – sei es als Sammlung poetischer Fragmente oder philosophischer Essay – entzieht. Es ist das eine wie das andere, am ehesten ein am Vorbild von Pascals Pensées und den Aphorismen der Frühromantik orientierter literarischer Grenzgang in 240 Miniaturen, wobei das verbindende Element all dieser die Farbe Blau ist. Im Original bereits 2009 erschienen liegt der Text jetzt als von dem Literaturwissenschaftler Jan Wilm einfühlsam übersetztes und anspruchsvoll gestaltetes Bändchen aus dem Verlag Hanser Berlin vor. Dabei reichen Nelsons Reflexionen von antiken Theorien des Sehens bis zu … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Ein einfaches Leben

Min Jin Lee

Zur selben Zeit wie der mit dem Deutschen Buchpreis gekrönte Familienroman Archipel von Inger-Maria Mahlke, der die welthistorischen Ereignisse des letzten Jahrhunderts aus der insularen Perspektive Teneriffas ins Auge fasst, kommt auch ein Roman der Autorin Min Jin Lee auf den Markt, die als Tochter südkoreanischer Emigranten in den USA lebt. Vor demselben Hintergrund der großen Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts erzählt Lee das Schicksal einer Familie sogenannter „Zainichi“, wie man in Japan – mit diskriminierendem Unterton – dort lebende „Ausländer“ nennt, konkret koreanische Emigranten, die oft bereits in zweiter und dritter Generation in Japan beheimatet sind.  Die Hauptheldin der Geschichte ist die aus einem südkoreanischen Fischerdorf stammende Sunja, die nach … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Blackout Island

Sigrídur Hagalín Björnsdóttir

Man könnte sagen, das die im hohen Norden gelegene Insel Island schon aufgrund ihrer Existenz und landschaftlichen Erscheinung so etwas wie einen apokalyptischen Schimmer an sich trägt. Nicht umsonst wird sie gern mit dem sagenhaften, am Weltrand gelegenen Thule identifiziert und fungierte im Mittelalter als selbst schon mythischer Hort der Mythologie der alten Germanen. Dass dieselbe bis heute nur dünn besiedelte Insel überdies seit einigen Jahrzehnten begabte Schriftsteller (und Fußballer) in exorbitanter Größenordnung hervorbringt, ist bekannt (wenn auch bisher nicht plausibel erklärt worden). Insofern hat es eine gewisse Logik, wenn eine isländische Journalistin mit einem dystopischen Inselroman an die Öffentlichkeit tritt, der der einfachen Frage nachgeht, was passiert, wenn ein … > Weiterlesen

Kategorien
Belletristik

Zurück nach Fascaray

Annalene McAfee

Die Insel Fascaray ist, wie es im Roman von Annalena McAfee an einer Stelle heißt, „ein Bonsai-Schottland“, und die dort angesiedelte Geschichte um den zum Nationaldichter avancierten Eigenbrödler Grigor McWatt in erster Linie als Roman über Schottland und das Schottische – zu Zeiten von Brexit und eigenen schottischen Unabhängigkeitsbestrebungen – zu lesen. Dabei ist die eigentümliche Insel ebenso Fiktion wie der darauf hausende Dichter, dem nach seinem Tod ein Museum errichtet werden soll. Für die andere Heldin des Romans, die Literaturwissenschaftlerin Mhairi McPhail bietet die Ausschreibung einer entsprechenden Stelle die willkommene Gelegenheit, nach dem Scheitern ihrer Ehe in den USA der Großstadt und Amerika den Rücken zu kehren und sich … > Weiterlesen