Der von der mexikanischen Schriftstellerin Jazmina Barrera verfasste, im Original bereits 2017 erschienene und in diesem Jahr im Dörlemann-Verlag auf Deutsch vorgelegte Essay über Leuchttürme – im Original betitelt als Cuaderno de faros, also „Leuchtturmheft“ – ist von den hiesigen Feuilletons zu Unrecht weitgehend übersehen worden. Handelt es sich doch um einen außergewöhnlichen, zwischen Sachbuch und assoziativer Reflexion pendelnden Text, mit dem es der Autorin gelingt, das von der Antike bis zur Gegenwart anhaltende Faszinosum von Leuchttürmen und deren Ausstrahlungskraft auf die Weltliteratur eingängig und mitreißend zu schildern. Die engen Bezüge zwischen real existierenden Leuchttürmen und damit verknüpften schriftstellerischen Phantasien, etwa von Herman Melville, Joseph Brodsky, Lawrence Durell, Robert … > Weiterlesen
