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Sachbücher und Bildbände

Der Taucher von Paestum

Tonio Hölscher

Anknüpfend an die berühmte Darstellung des sogenannten „Tauchers“ auf der Deckplatte einer 1968 ausgegrabenen Grabkammer in Paestum (dem griechischen Poseidonia am Golf von Salerno), hat der Archäologe und Altertumsforscher Tonio Hölscher eine spannende Untersuchung über die Rolle von Meer und Wassersport im antiken Alltagsleben vorgelegt. Ausgangspunkt seiner Reflexion ist die verbreitete Deutung des dargestellten Kopfsprungs als Eintritt ins Totenreich, der der Autor widerspricht. Unter Heranziehung weiterer antiker Gemälde, Fundstücke und literarischer Zeugnisse führt er eindringlich vor,  dass die Darstellung vielmehr als ausgesprochene Diesseitsszene mit Bezug zu Initiationsriten und bestimmten mythischen Konnotationen des Meeres und seiner Bewohner – von Delphinen bis Göttern – verbunden ist.… > Weiterlesen

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Das unendliche Meer – Die große Weltgeschichte der Ozeane

David Abulafia

Der britische Historiker David Abulafia ist spätestens seit seiner breit angelegten und viel beachteten Monographie über Das Mittelmeer auch meereskundlich interessierten Forschern und Laien in Deutschland ein Begriff. Jetzt hat er nochmals weiter ausgeholt und auf knapp 1.200 Seiten eine „große Weltgeschichte der Ozeane“ unter dem Titel Das unendliche Meer vorgelegt. Dass wir dieses voluminöse Werk dem interessierten Publikum ebenso ans Herz legen wie den Vorgängerband (auch ohne bisher die Zeit zu einer kompletten Lektüre gefunden zu haben) liegt nicht nur daran, dass es an diesen 1.) in jeder Hinsicht anschließt und 2.) die Geschichte des Mittelmeers nunmehr in einen globalen Kontext stellt. Genau genommen wäre hier von einer „Weltgeschichte“ … > Weiterlesen

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Sachbücher und Bildbände

Die Eloquenz der Sardine

Bill François

Unter dem Titel Die Eloquenz der Sardine ist im Verlag C.H. Beck ein Buch des französischen Physikers Bill François erschienen, der sich auf die unterhaltsame Gratwanderung zwischen Wissenschaftsreportage und mitreißendem Erzählen versteht. Daraus ist nicht nur einiges über die subtilen Kommunikationen unter Fischen zu lernen, sondern z.B. auch, dass der menschliche Körper – ganz im Unterschied zu seinen äffischen Verwandten – über zahlreiche Eigenschaften verfügt, die ihn zum Leben im Wasser prädestinieren. Mit seinen ebenso scharfsinnigen wie eigenwilligen Beobachtungen lädt der Autor seine Leser zu einer aquarischen Entdeckungsreise, die eine Fülle von Einblicken und Einsichten in die Welt der Wasserlebewesen bereithält – wobei man ein ums andere Mal geneigt ist … > Weiterlesen

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Grenzenlos. Die erstaunlichen Wanderungen der Tiere

Francesca Buoninconti

Francesca Buoninconti ist eine italienische Ornithologin und Wissenschaftsjournalistin, deren besonderes Interesse den Vogelzügen und den weltweiten Wanderungen weiterer Tierarten – etwa von Fischen, Walen und Meeresschildkröten – gilt. Für die Beobachtung dieser Wanderbewegungen hielt sie sich immer wieder auf Inseln und Gebirgspässen auf. Das daraus entstandene Buch trägt in der deutschen Übersetzung den Titel Grenzenlos. Die erstaunlichen Wanderungen der Tiere und räumt nebenbei mit diversen gängigen Mythen über die besprochenen Tiere auf, etwa dem, dass Fledermäuse nicht sehen können. Erschienen ist es im Folio Verlag, der in Wien & Bozen ansässig ist.… > Weiterlesen

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Crazy Horse

Till Hein

Der Wissenschaftsjournalist Till Hein hat sich einer offenkundigen Fehlstelle der vorliegenden maritimen Literatur angenommen und eine Monographie über Seepferdchen verfasst, die unter dem Titel Crazy Horse im mare-Verlag erschienen ist. Bereits im Untertitel gibt das Buch sein bestes, den Leser in die „schillernde Welt der Seepferdchen“ zu verführen, indem es diese als „launische Faulpelze, gefräßige Tänzer und schwangere Männchen“ anpreist, an späterer Stelle tituliert der Autor sie auch als die „Individualisten der Meere“. Nicht zuletzt ist bei der Lektüre des Buches zu erfahren, wie diverse Berufsgruppen, etwa Designer, Ingenieure und Roboterforscher von den Eigenheiten der Seepferdchen profitieren.… > Weiterlesen

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An welchem Punkt stehen wir? Die Epidemie als Politik

Giorgio Agamben

Der italienische Philosoph Giorgio Agamben ist einer der einflussreichsten lebenden Geisteswissenschaftler, als Theoretiker des Staatsrechts, des Ausnahmezustands und der Souveränität wahrscheinlich der bedeutendste seiner Zunft überhaupt. Im Wiener Verlag Turia + Kant ist unter dem Titel An welchem Punkt stehen wir? Die Epidemie als Politik eine Sammlung von Essays erschienen, die er in der ersten Jahreshälfte 2020 unter dem Eindruck der Corona-Pandemie verfasst hat und die eindrücklich und aktuell genug sind, um dafür einen Blick über die literarischen Inselwelten hinaus zu werfen.

Das Thema dieser Tage berührt, wie sich beim Lesen bald zeigt, Agambens Forschungsgebiet aufs Innigste, was schon mit den Begriffen einer Epi- bzw. „Pandemie“ beginnt, die von griechisch … > Weiterlesen

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An das Wilde glauben

Nastassja Martin

In Zeiten, wo das Vertrauen in eine naturgegebene Geborgenheit menschlicher Körper und Seelen auf dramatische Weise zu schwinden scheint, kommt ein Erfahrungsbericht der französischen Anthropologin und Ethnologin Nastassja Martin gerade im rechten Moment. Unter dem Titel An das Wilde glauben ist im Verlag Matthes & Seitz ihr Erinnerungsbuch über einen Forschungsaufenthalt bei den sibirischen Ewenen auf der Halbinsel Kamtschatka erschienen, in dessen Verlauf sie von einem Bären attackiert und schwer verletzt worden ist. Zwar konnte sie sich der Kraft des Bären dank ihres Eispickels und gehöriger Portionen von Mut und Glück erwehren, hat aber eine Schädelverletzung davongetragen und ein Stück ihres Unterkiefers eingebüßt. Martin versteht diese Attacke indes nicht als … > Weiterlesen

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Das Zeitalter der Inseln

Alastair Bonnett

Unter den Neuerscheinungen des Frühjahrs 2021, die sich explizit dem Inselthema widmen, ragt der bei C.H. Beck erschienene Titel Das Zeitalter der Inseln des Sozialgeographen Alastair Bonnett heraus. Lehrreich und spannend, wie man es bereits aus anderen Publikationen des Autors kennt, werden darin diverse bis dato unterbelichtete Aspekte von Inseln ans Licht gebracht – „von untergehenden Paradiesen“ bis zu „künstlichen Archipelen“, wie es im Untertitel heißt. Unser besonderes Interesse fand beim Lesen das Kapitel über aus verschiedenen Gründen „übersehene Inseln“, unter denen nicht zuletzt diverse unbewohnte Felseninseln der Ostsee zu erwähnen sind. Ein anderes überaus spannendes Kapitel ist der „Zerstörung von Inseln“ etwa zur Rohstoffausbeutung oder als Testgelände atomarer und … > Weiterlesen

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Logbuch. Schiffe, die Legenden wurden

Lucia Jay von Seldeneck, Florian Weiß (III.)

Die Autorin Lucia Jay von Seldeneck und der Illustrator Florian Weiß haben in der Mannheimer Edition Kunstanstifter eine Anthologie unter dem Titel Logbuch. Schiffe, die Legenden vorgelegt, die nicht zuletzt in gestalterischer Hinsicht bemerkenswert ist. Das Spektrum der für das Buch ausgewählten legendären Schiffe reicht von der biblischen Arche Noah und archaischen Surfbrettern der Ureinwohner Hawaiis über die Segler des chinesischen Admirals Zheng He und seines genuesischen Kollegen Kolumbus bis zu Gagarins Sputnik und der von Werner Herzog für seinen Film Fitzcarraldo nachgebauten Molly Aida. Auch die von der britischen Marine zwecks Überwachung des nach St. Helena verbannten ehemaligen Kaisers Napoleon zur „Steinfregatte“ erklärte Nachbarinsel Ascension findet Berücksichtigung als … > Weiterlesen

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Das Meer, die Liebe, der Mut aufzubrechen

Andrea Marcolongo

Im Bozener Folio Verlag ist das Buch Das Meer, die Liebe, der Mut aufzubrechen von Andrea Marcolongo erschienen. Darin interpretiert die italienische Altphilologin die Argonautensage und wechselt immer wieder spielerisch zwischen klassisch philologischen und aktuellen, unterhaltsam essayistischen Perspektiven. Inwieweit die Thesen Marcolongos zum historischen Hintergrund der legendären Reise der Argonauten wirklich haltbar sind, wagen wir nicht zu beurteilen, trotzdem wird die Lektüre ihres Buches dank ihres erfrischenden Erzählstils nie langweilig und belohnt den Leser zudem mit pointierten Reflexionen der Gegenwart, die alles andere als philologisch-altbacken sind.  Auf Seite 234 etwa liest man den folgenden Satz, der ohne Weiteres als denkbare Lebensmaxime in Frage kommt: „Besser sich verirren, als sich nie … > Weiterlesen