Löslicher Fisch. Der sürrealistische Traum von einer anderen Welt

Löslicher Fisch. Der sürrealistische Traum von einer anderen Welt

Löslicher Fisch. Der sürrealistische Traum von einer anderen Welt

20. Juni 2026 | 19:00 Uhr

Im ersten Heft der avantgardistischen Zeitschrift La Révolution Surréaliste (1924 bis 1929) findet sich neben einem von Pierre Naville gezeichneten Fisch der Slogan: „Wir stehen kurz vor einer Revolution. Sie können dabei sein.“ Auch die Eröffnungsausstellung der Pariser Galerie Surréaliste 1926 widmete sich unter dem Titel Objets des Îles [Inselobjekte] dem zentralen Thema unserer Buchhandlung. Hundert Jahre später laden wir unter dem Titel Löslicher Fisch zu einem literarischen Abend rund um den sürrealistischen Traum von einer anderen Welt ein. Nora Sdun (Verlegerin des Textem Verlags) und Hanna Mittelstädt (Verlagsgründerin der Edition Nautilus) präsentieren das von Walter Benjamin als „letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz“ gefeierte Abenteuer des Sürrealismus aus verlegerischer und umstürzlerischer Perspektive.

Die 12 Hefte der Zeitschrift Die sürrealistische Revolution wurden anlässlich ihres hundertjährigen Jubiläums erstmals vollständig ins Deutsche übersetzt und vom Hamburger Textem-Verlag im Design der französischen Originalausgabe neu aufgelegt. Sie sind wesentliche Dokumente des französischen und internationalen Freiheitsbegehrens der Zwischenkriegszeit und des Entwurfs neuer Leidenschaften und Lebensformen. Der Traum, das automatische Schreiben, das Umherschweifen, die Auslieferung an den Zufall wurden künstlerische Praktiken. Im sicheren Wissen um die Unbeherrschbarkeit der so entstehenden Gedankenstrudel stellten sich die Surrealisten dem Versuch, Widersprüche auszuhalten, Gegensätze bestehen zu lassen und parallel auf unterschiedlichen Bahnen zu denken.

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