Nachlese

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Nachlese Frühjahr 2022

Nachlese Frühjahr 2022

9. April 2022 | 19:00 Uhr

Gemeinsam mit Boris Hruschka vom Theater „Rote Kugel“ begeben wir uns wie gewohnt auf einen Streifzug durch die literarischen Neuerscheinungen, unter denen wir auch in diesem Frühjahr auf unbedingte Empfehlungen gestoßen sind.

Zu diesen gehört der neu aufgelegte Roman Ferne Gestade des letzten Literatur-Nobelpreisträgers Abdulrazak Gurnah, dem wir eine unserer Leseproben widmen. Mit der Kür des aus Sansibar stammenden, seit 1968 in Großbritannien beheimateten Autors hat das aktuelle Nobelpreiskomitee Instinkt und eine glückliche Hand bewiesen – zumal der Preisträger bis dahin nur Eingeweihten bekannt und keiner seiner in deutscher Übersetzung vorliegenden Titel im Buchhandel noch lieferbar war. Die beiden seitdem im Penguin Verlag erschienenen Romane Das verlorene Paradies und Ferne Gestade weisen ihn als mitreißenden Erzähler aus, der den mythischen Kosmos um den Indischen Ozean kursierender Erzählungen in eine moderne Prosasprache übersetzt und dabei mühelos den Bogen von Tausendundeiner Nacht über ostafrikanische Lebenswelten zu Impressionen aus der späten DDR und dem Schicksal gegenwärtiger Migranten schlägt.

88 Jahre vor Gurnah erhielt 1933 Iwan Bunin als erster Russe den Nobelpreis für Literatur. Der Züricher Dörlemann Verlag hat es sich seinerseits auf die Fahnen geschrieben, vergessene literarische Klassiker wiederzuentdecken, und die Resonanz auf die dort erschienene, inzwischen zwölf Bände umfassende Bunin-Werkausgabe trug dazu bei, den Verlag im deutschsprachigen Raum bekanntzumachen. Unter dem Titel Nachts auf dem Meer sind nun auch Bunins Erzählungen der Jahre 1920 bis 1924 erschienen – die ersten literarischen Texte, die er nach seiner Emigration aus Sowjetrussland verfasste. Die titelgebende Erzählung verbindet nicht nur maritimes Flair mit philosophischen Reflexionen, sie fängt nebenher auch die Atmosphäre der damaligen Vielvölkerstädte Odessa und Jewpatorija auf der Krim ein, was ihr eine Aktualität verleiht, die Bunin selbst schwerlich vorausgesehen hat.

Das Spannungsfeld zwischen Heim- und Fernweh, Nostalgie und Sehnsucht, das die genannten Autoren auf jeweils eigene Weise in Biographie und Werk verkörpern, ist schließlich auch Thema eines neuen Buches der französischen Philosophin und Altphilologin Barbara Cassin, in dem sie einen Bogen von der Heimkehr des Odysseus zu modernen Zuschreibungen von Heimat und „Anderem“ schlägt. Ihr lesenswerter Essay Nostalgie. Wann sind wir wirklich zu Hause?, in dem nicht zuletzt diverse Inseln eine wichtige Rolle spielen, ist im Suhrkamp Verlag erschienen und rundet unsere Leseproben ab.

Darüber hinaus verweisen wir wie gewohnt auf weitere lesenswerte Neuerscheinungen und stehen selbstverständlich auch für Nachfragen gern zur Verfügung. Auch diesmal bitten wir um vorherige Platzreservierung unter Telefon 038392 677476 oder per Mail und können ohne diese keine Platzgarantie geben. Bitte denken Sie bei Ihrem Besuch auch an evtl. noch geltende Corona-Regeln!

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Nachlese Herbst 2021

Nachlese Herbst 2021

13. November 2021 | 19:00 Uhr

Gemeinsam mit Boris Hruschka vom Theater „Rote Kugel“ begeben wir uns auf unseren traditionellen Streifzug durch die Vielzahl der Neuerscheinungen des letzten halben Jahres und dürfen schon jetzt versprechen, dass wir bei unseren Lektüren auf einige hochkarätige Fundstücke gestoßen sind.

So ist unter dem Titel Der Ruf des Seevogels soeben ein Buch von Adam Nicolson in deutscher Übersetzung erschienen, das in Großbritannien bereits mehrere Preise erhalten hat und auch uns als eines der spannendsten und anrührendsten Sachbücher der letzten Jahre erscheint. Dem Autor gelingt eine Gratwanderung zwischen sensiblem Nature Writing und neusten Forschungsergebnissen, dank der er dem Leser ungeahnte Einsichten in die Lebensweise diverser Meeresvögel vermittelt.
Unter den belletristischen Neuerscheinungen hat es uns insbesondere der Roman Kurz vor dem Vergessen der jungen französischen Schriftstellerin Alice Zeniter angetan, der auf einer fiktiven Hebriden-Insel angesiedelt ist und sich vor deren Kulisse sprachlich gewandt um eine Vielzahl hochaktueller Themen dreht: Geschlechterrollen und Chancen zwischenmenschlicher Beziehungen ebenso wie Inseln, Schriftsteller und modernen Wissenschaftsbetrieb.
Als literarischen Klassiker haben wir eine Passage aus dem 1932 erschienenen, jetzt erstmals auf Deutsch vorliegenden Roman Venusberg von Anthony Powell (1905–2000) ausgewählt, der in Großbritannien als literarischer Großmeister gilt, in Deutschland jedoch nach wie vor nur Eingeweihten bekannt ist. Die phantastische Reise, auf die Powell seine Leser vor dem politischen Hintergrund der beginnenden Dreißiger Jahre einlädt, führt in einen fiktiven Ostseeanrainerstaat und ist die späte Entdeckung wert – wie wir meinen.

Wegen der gebotenen Mindestabstände bitten wir auch weiterhin dringend um vorherige Platzreservierung unter Telefon 038392 677476 oder per Mail an kontakt@dahlmannsbazar.de und können ohne diese keine Platzgarantie geben. Bitte denken Sie bei Ihrem Besuch auch an die bekannten Corona-Regeln!

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Nachlese Frühjahr 2021

Nachlese Frühjahr 2021

AB 01. MAI 2021 DIGITAL VERFÜGBAR

Ein Streifzug durch die literarischen Neuerescheinungen zum Thema Inseln und Seefahrt. Dieses Frühjahr nicht live bei uns in Dahlmanns Bazar, sondern digital.

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→ Die vorgestellten Bücher finden Sie auch in unserem Onlineshop:
„Unterwegs mit den Arglosen“ von Mark Twain:
„Tahiti Utopia“ von Michal Hvorecky:
„An das Wilde glauben“  von Nastassja Martin
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→ Boris Hruschka und die Hinterlandbühne Rügen e.V. finden sie im Internet unter: https://rotekugel.com

 

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