Hohe See und niemands Land
20. September 2025 | 19:00 Uhr
Wilhelm Bartsch, Jahrgang 1950, geboren in Eberswalde, hat mit seinem im Wallstein-Verlag erschienenen neuen Gedichtband Hohe See und niemands Land das seltene Kunststück vollbracht, ein lyrisches Erfolgsbuch auf den Markt zu bringen. Wer beginnt, darin zu lesen, wird bemerken, das Bartsch mit seinem poetischen Tonfall in der Tat den berühmten Nerv der Zeit trifft. Mit Nietzsche gesprochen hat er sich gedanklich „aufs Schiff“ begeben und das „Land hinter sich abgebrochen“, wobei neben Shakespeares Prospero-Insel auch so manches Eiland der Ostsee aus den Nebeln herüberwinkt. Man könnte von einer literarischen Übung im Glauben und Standhalten angesichts stürmischer Zeiten sprechen, aber auch von einem reifen Alterswerk, mit dem der gestandene Lyriker, Romancier und Essayist die Ernte seiner literarischen Experimente einfährt.
Wilhelm Bartsch studierte Philosophie in Leipzig und arbeitete später als Dozent am dortigen Literaturinstitut, hat aber auch Erfahrungen in praktischen Berufen gesammelt und mehrere Facharbeiterbriefe vorzuweisen. Bartsch ist als Verfasser von Gedichten, Erzählungen, Romanen und Essays hervorgetreten, die mehrfach prämiert worden sind, u.a. mit dem Brüder-Grimm-Preis und dem Wilhelm-Müller-Preis. Er lebt heute in Halle an der Saale.
