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Klassiker in Neuausgaben

Kabelkran und Blauer Peter

Franz Fühmann

Franz Fühmann gehört zu jener Generation von Autoren, die die Widersprüche der gesellschaftlichen Entwicklung der DDR nicht nur in ihren Werken, sondern auch in ihrer persönlichen Biografie ausgetragen haben. Aus Anlass seines 40. Todestages hat der Rostocker Hinstorff Verlag jetzt sein 1961 erschienenes Buch Kabelkran und Blauer Peter neu aufgelegt, das als Paradebeispiel für eine literarische Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Bitterfelder Weg“ steht. Fühmann folgte damit (ähnlich wie Brigitte Reimann und andere Autoren) der auf der Bitterfelder Konferenz zur Kulturpolitik formulierten Aufforderung an die Intellektuellen, die Kluft zum einfachen Volk zu überwinden und sich dem Alltag der Arbeiter und Bauern zuzuwenden. Er entschied sich für einen Schreibaufenthalt in den Werften von Rostock-Warnemünde. Sein Buch erzählt von den dort beschäftigten Werftarbeitern, ihrer täglichen Arbeit, den damit verbundenen technischen Herausforderungen, aber auch ihren Sorgen und Träumen. Fühmann selbst hat sein frühes Engagement im Kontext des „Bitterfelder Weges“ später eher kritisch reflektiert und in der Folgezeit symbolische und mythologische Themen für seine literarische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Entwicklung in der DDR gewählt.