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Belletristik

Eden

Audur Ava Ólafsdóttir

Der neue Roman der isländischen Autorin Audur Ava Ólafsdóttir hat seit seinem Erscheinen für eine breite Medienwahrnehmung gesorgt: Kein Wunder, greift die Autorin darin doch gleich mehrere Themen auf, die in den medialen Debatten der Gegenwart eine Rolle spielen. Zunächst einmal geht es in Gestalt der Heldin des Buches, einer isländischen Sprachwissenschaftlerin, um im Aussterben begriffene Sprachen und Feinheiten deren Grammatik, die das Herz jedes Eingeweihten höher schlagen lassen. Aber auch die Verlockungen des Landlebens, Umweltprobleme, Migrationsdebatte usw. spielen in die Geschichte hinein, indem die von ihrer Profession desillusionierte und durch eine Affäre mit einem Studenten zusätzlich angezählte Professorin ihre Flucht aus Reykjavik in ein abgelegenes Dorf zelebriert. Ob der Roman der darin angeschlagenen Themenfülle tatsächlich Herr und gerecht wird, hängt nicht unwesentlich von der Perspektive des Lesers auf dieselben Fragen ab.