Der amerikanische Historiker Hampton Sides wurde hiesigen Lesern durch seine dramatische Schilderung der gescheiterten Nordpolexpedition von 1879 in seinem Bestseller Die Polarfahrt bekannt. Nun ist im mare Verlag ein neuer Titel des Autors – wiederum in der Übersetzung von Rudolf Mast – erschienen. Der Buchtitel Cooks letzte Reise ist gleichermaßen selbstredend wie erklärungsbedürftig, ranken sich doch um die dritte und letzte Weltreise des britischen Entdeckers James Cook, bei der er schließlich auf Hawaii den Tod fand, Fragen und Geheimnisse, die bis heute einer plausiblen Erklärung harren. Warum – so lautet eine der zentralen Fragen – steuerte ausgerechnet Cook, der doch in der Geschichte der großen Entdeckungen eher das Image eines den indigenen Völkern gegenüber respektvollen und freundlichen Entdeckers trägt, bei dieser seiner letzten Reise auf einen Konflikt zu, der ihm schließlich das Leben kosten sollte. Hampton Sides beweist nicht nur ein weiteres Mal seine Fähigkeit, komplexe historische Sachverhalte in eine spannende und unterhaltsame Sprache zu fassen: er wartet auch mit eigenen Thesen auf, die sowohl Cooks Renommee aus einer postkolonialen Perspektive relativieren, als auch persönliche und körperliche Beeinträchtigungen ins Spiel bringen, die zu seinem tragischen Scheitern führten.
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