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Insel- und Küstenkrimis

Suzukis Rache

Kotaro Isaka

In den letzten Jahren scheint sich der kreative Puls im Bereich von Thriller- und Kriminalliteratur nach Japan zu verlagern. Die aktuelle Saison liefert gleich mehrere Beispiele dafür, u.a. den grotesken Thriller Suzukis Rache von Kotaro Isaka. Isaka, Jahrgang 1971, hat bereits 24 in mehrere Sprachen übersetzte und teilweise verfilmte Romane vorgelegt und dafür nahezu alle wichtigen Literatur- und Krimipreise in Japan abgeräumt. In Deutschland wurde im letzten Jahr erstmals ein Roman von ihm übersetzt. Nach dem Verkaufserfolg von Bullet Train hat der Verlag Hoffmann und Campe jetzt nachgelegt und einen in Japan bereits 2004 erschienenen Titel des Autors auf den Markt gebracht. Suzukis Rache ist in der Unterwelt Tokios angesiedelt und huldigt gleichermaßen Brechts bekanntem Vergleich der kriminellen Tragweite von Banküberfällen und Bankgründungen wie einer grotesk überspitzten Darstellung organisierter Gewalt nach Art der Filme von Quentin Tarantino. Zur daraus gezogenen Summe kommen abstruse Charaktere, rasantes Tempo und eine Fülle aberwitziger Dialoge. Die spezialisierten Auftragskiller der Mafia, denen der Leser im Verlauf des Romans begegnet, pflegen eine introvertierte Kultur des Tötens mit jeweils eigenen Methoden – bis der Mathematikprofessor Suzuki, der beschlossen hat, den Tod seiner Frau zu rächen, sich in ihr abstruses Treiben ein- und Tokios Schattenwelt aufmischt …